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bloß Eigensinn, welcher der höchsten Weisheit eine Vorschriftgeben wollte. Ich weiß ja wohl, daß ich die ewige» RathschlüffcGottes nicht abändcrn kann. Aber der Allwissende sah ja auchvon Ewigkeit her. meine Inbrunst und meine Gelübde in derThränenstunde voraus, und ordnete vielleicht schon dort, vonmeinem Jammer bewegt, Alles zur Erhörung meiner Seufzeran. Wohl sah erdeine Bitten voraus er hörtedein Gebet,che es dir von den Lippen entfloh. Auch dein Seufzer, deineThräne war in den Schicksalen der Welt berechnet. Darum ge-schah und geschieht, was geschehen ist und noch geschehen wird.Aber nicht was du wolltest, oder weil du es wolltest, sonderndas Beste für Alle geschah, und wird geschehen, was dunicht einstehest. Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe dennihr bittet! sagte Jesus. Er sah freilich auch deine Gelübdevoraus, aber auch die Unüberlegtheit derselben; und er ordneteund leitete die Schicksale, nicht wie du cs am besten fandest,sondern wie er. Was er thut, nur das ist wohlgethan!

Opfer undGelübde zu thun, um Gott zu bewegen,unsere Lieblingswünsche zu erfüllen, ist also jedes-mal unwcise; ist jedesmal eine Abweichung von der Lehre unddem Beispiel Jesu Christi; vcrräth immerdar, daß unsere Begierdeleidenschaftlich und der Eigensinn unscrs Wunsches größer ist, alsunser Vertrauen zur Güte Gottes. Nicht Jephthah allein thatunüberlegte Gelübde. Wie Manches geschah, ungcwarnt durchdas schreckliche Beispiel, welches uns von ihm die heilige Schriftaufbewahrte!

So ist oft geschehen, daß Aeltern ihre Kinder Gott gelobet,wenn diese noch unmündig in der Wiege, oder wenn sie in einergefährlichen Krankheit lagen. Ihre Kinder aber Gott zum Opferbringen, darunter verstanden sie, daß sie dieselben für das Kloster-leben erziehen oder dem geistlichen Stande widmen wollten. Welch