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ein Jrrthum der Begriffe! Ist denn derjenige, welcher inner denMauern des Klosters betet, mehr Gottes Eigcnthum, als jederAndere, der ihn wie Jesus, wie seine Apostel, wie andere frommeMenschen, im thätigen, gemeinnützigen Leben verehrt und an-betct? Ist cS denn der geistliche Stand, welcher einen Menschenheiligt, oder ist es nicht vielmehr das gottgefällige Gcmiith »achJesu Sinn? — Heißt das sein Kind Gott weihen, wenn manes äußerlich dem Altar und der Kirche näher bringt, statt esinnerlich zu veredeln durch die Religion Jesu, des Seligmachers? —Und wie namenlose Grausamkeiten haben nicht schon viele Aeltcrndurch Ablegung solcher unüberlegten Gelübde begangen! Ehe siedie Neigungen ihres Kindes kannten, vcrurtheilten sie cs zu einerLebensart, von welcher cs im reifer» Alter Abneigung zeigte. Esward zu einem Stande gezwungen, für welchen es nicht taugts;es ward wider seinen Willen auf Lebenszeit in Verhältnisse ein-gcpreßt, in denen es mit seinen Anlagen, mit seinen Gemüths-eigenheiten unglücklich werden mußte. — Wie, segnete euch Gottmit Kindern, daß ihr die Mörder ihrer Freuden, ihrer Ruhe,ihrer Gesundheit, vielleicht ihres Lebens werden solltet? — Wergab euch Recht und Vollmacht, denen die Freiheit und die Wahlihrer Lebensart zu rauben, welche darauf Anspruch machen konn-ten, so gut als ihr selbst? — Können der Gottheit solche un-überlegte Gelübde wohlgefällig sein? — Für euch zerriß Jeph-thah in warnender Verzweiflung vergebens fein Gewand mitväterlichem Jammer.
Und doch, o ihr frommen Kinder, die ihr am Krankenbetteiner geliebten Mutter, eines sterbenden Vater trauert, — dieihr um Lebensvcrlängerung der Theuern Gott den Allbarmher-zigen anrufet mit heißen Thränen, mit feurigen Gelübden —wer wird euerm Schmerze nicht gern auch die Thränen, auchdie Verirrungen des Gebetes verzeihen? — Wer wird dir nicht
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