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Opfer darzubringcn; denn Gott sei ein Geist, er müsse also nurim Geist und in der Wahrheit verehrt werden; er sehe auch nichtauf der Menschen Gelübde, Opfer und Worte, sondern auf ihreTugenden. Ich habe Wohlgefallen an der Barmherzigkeit, undnicht am Opfer. (Matth. l2, 7.) Ja, Jesus selbst, in denallerbängstcu Stunden seines Lebens, wenn er in den Einsam-keiten weinte, wenn er auf dem Oelberg blutigen Schweiß ver-goß in seiner Todesangst, that dennoch niemals ein Gelübde.Er rief nur;Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch vor-über!" Er fügte mit frommer, wahrhaft kindlicher Ergebunghinzu: Nicht mein Wille geschehe, sondern der Deinigc!So lehrte der Heiland des Lebens beten, so betete er selbst. Sobeteten die Apostel! Keiner von ihnen ermahnte, man solle Gottdurch Gelübde bewegen, unfern Willen dem seinigen vorzuziehen.

Und in der That, wie irrig muß die Vorstellung dessen vonGott sein, der gleichsam durch Geschenke ihn bestechen zu könnenvermeint! Denn was find Gelübde und Opfer anders, als eineArt Gott bestechender Geschenke? Man bietet etwas an, umdafür Erhörung eines andern Wunsches zu erhalten. Aber, o duthörichtes Kind, was kannst du dem Herrn der Welt darbictenaus seinem Reiche, aus deinem Leben, das nicht schon sein Eigen-tum wäre? Ist nicht auch dein Athemzug sein Eigenthum?Und wenn, was du ihm im Gelübde darbietest, ohnehin deinePflicht wäre, die du vollstrccken sollst: was bietest du ihm, dadu es ohnedem schuldig bist? Und wenn du ihm nicht das, wasim geloben möchtest, thust: was kann Gott dadurch verlieren?Ist nicht Alles dein eigener Verlust? Wenn ein Kind seineAeltern um etwas anflcht, das ihm oder Andern zum Schadengereichen könnte, und wenn es mit den heißesten Thränen fleht:werden die Aeltern den Wunsch des unverständigen, kurzsichtigenKindes erfüllen? Und wenn dieses mit beharrlichem Eigensinn