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3 (1853)
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.Zeit, wenn Gefahr drohte, sich den edelsten und tapfersten Manneines Stammes zum Fcldherrn und Richter erkor, in jenenTagen ward auch Jephthah von Gilead zu solcher Würde be-rufen. Denn das Volk war in großer Bedränguiß durch dieKriegszüge der Ammoniten.

Jephthah, welcher wegen unehelicher Geburt aus seinerHeimath verstoßen war, und im Lande Tob lebte, wo er loseLeuts zu sich gesammelt und Strcifzüge nach Beute gcthan hatte,fand sich durch die Bitten seines Volks geschmeichelt. Die Nette-sten von Gilead schworen ihm im Namen desselben, er sollte AllerHaupt sein, wenn er gegen die Ammoniter siegreich wäre.Nun beseelt von Ruhmbegier stellte er sich an die Spitze derisraelitischen Kriegshaufen und führte sie gegen Ammon. Da machteihm des Feindes Macht Besorgniß. Und er gelobte dem Herrnein Gelübde und sprach: Gibst du die Kinder Ammon in meineHand: was zu meiner Hausthür hcrausgcht, wenn ich mit Frie-den wiederkomme von den Kindern Ammon, das soll des Herrnsein, und ich will cs zum Brandopfer opfern.

Er ging, eroberte zwanzig Ortschaften Ammons und besiegtedie Feinde in großer Feldschlacht. Da er nun hcimkchrte alsSieger, gedachte er seines Gelübdes. Wehe! und wie er zu denSeinigen kam, trat ihm aus seinem Hause entgegen seine Tochter,sein einziges Kind, mit Pauken und Reigen, jubelnd zumEmpfang des siegreichen, zärtlich geliebten Vaters.

Da durchbebten ihn Entsetzen und Verzweiflung. Er zerrißim Schmerz seine Kleider. Ach, meine Tochter! schrie er: wiebeugst du mich und betrübest mich! Nun war allgemeine Trauerin Israel. Mit ihren Gespielen trauerte die Jungfrau in derEinsamkeit des Gebirges zwei Monate, sich vorzubcreiten für dasväterliche Gelübde. Dann kam sie. Dann ward sie das traurigeOpfer. Lange Zeit war es Gewohnheit, daß die Jungfrauen