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3 (1853)
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ist nicht möglich! Dahin reicht Mcnschcnkraft nicht, es zu er-füllen! Es dünkt sie bequemer, für ihre Sünde zu leben, alsfür ihre Tugend zu stcrbeü. Es dünkt sie bequemer, daß sieglauben, Jesus sei für ihre Sünden gestorben, und sie könnendurch sein Verdienst und die Gnade Gottes gerecht werden, unddabei thun, was ihr rohes Herz erfreut. Es dünkt sie bequemer,an Jesum zu glauben, als nach Jesu Lehre und dem Willen desVaters zu handeln! O sie verstanden Jesu Tod nicht, und ent-weihten mit unreiner Deutung den hohen Begriff der göttlichenGnade.

Und ich, o ich selbst schwanke, ein schwacher Mensch, zu oftnoch zwischen dem Gesetz des Göttlichen und Irdischen! Ich sehe,wohin ich zu ringen habe, und erliege noch oft unter der Gewaltsinnlicher Einflüsse. Den Willen habe ich wohl, aber wie oftmangelt das Vollbringen! Aber mein Muth soll nicht wanken,auch wen» meine Kraft bricht. Das Gesetz des Geistes, der dalebendig macht in Christo Jesu, soll mich frei machen von demGesetz der Sünde. Derselbige Geist gibt Zeugniß meinem Geist,daß auch ich ein Kind Gottes bin, geboren für die Ewigkeit,geweiht zu endlicher Vollendung.

Bin ich denn ein Kind Gottes, so bin ich auch Erbe, nämlichGottes Erbe und Miterbe Christi. So will ich die Welt ver-schmähen lernen und den Scepter der Sünde brechen; ich willleiden und leben wie Du, o göttlicher Widcrhersteller meinerMenschenwürde, auf daß auch ich zur Herrlichkeit erhoben werde!Denn ich halte dafür, daß dieser Zeit Leiden und Aufopferungirdischer Lust nicht werth seien der Herrlichkeit, die an uns solloffenbart werden.

Ein neues, großes Gefühl durchbebt und erhebt mich. DerGedanke unsers Ursprungs ist nicht minder begeisternd zum Himm-lischen, als der Gedanke unserer Bestimmung. O wie selig bin