24
das göttliche Ebenbild wieder in uns herzustcllcn und das unter-gegangene Gottesreich wieder aufzurichten!
Sehet, wie Jeglicher nur für das Irdische athmet; der Armefür seinen Dissen Brod und seine Hütte; der Reiche für seineTafel voller Leckerbissen und seinen Palast; der Arme für seinHandwerk, seine Kunst; der Reiche für seinen Goldhaufen undRuhm! — als wenn denn das Alles wäre, und nichts darüber;als wenn dieses Gold und diese Kunst, diese Hütte und dieserPalast — Alles endlich doch nur Staub und Koth — durch Ewig-keiten hinwegdauerte; als wenn der Mensch nur ein schlaueres,kunstvolleres Thier wäre, sich keines Gottes bewußt, mit keinerEwigkeit bekannt; als wenn mit dem letzten Athemzug der Lungeder göttliche Hauch, der diesen Leib beseelt, der Geist, Aschewäre und Nichts! Ist die Gottheit, der höchste Geist, ein Nichts?Ist das Weltall mit seinen Wundern nur für heute erbaut? IstJesus, der Göttliche, nur als ein Traumbild ins Leben getre-ten? — O, wem rufe ich zu? Wer hört meine Stimme? Werversteht meine Sprache? Da liegen sic, die Tausende, unterdem Gesetz des Todes und der Sünde, und wühlen im Staubegierig, den Thiercn gleich, nach Nahrung und Behaglichkeit, undsuchen Glückseligkeit im Goldmetall, Hoheit auf Stühlen vonihrer Hand gebaut, Macht durch die Schrecken des mörderischenEisens, Ewigkeit in Papier- oder Steinschrift! Sie hören meineStimme nicht, die unter den Erdensüchtigen verhallt, wie in einerWüste; sie verstehen meine Sprache nicht, nicht die Töne desAltcrthums, nicht die erhabenen Deutungen der Urwelt, nichtden Sinn des göttlichen Ebenbildes, das Du warst, Jesus Mes-sias! -Sie liegen unter dem Gesetz des Todes und der
Sünde, machtlose Sklaven ihrer Lüste, und wenden schauderndden Blick weg vom Höhern und Göttlichen, wie von Erscheinun-gen aus andern Welten, und sprechen vom Gesetz Gottes: Es