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3 (1853)
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ehemals in genauer Mittellinie, gleich weit von der mittäglichenund mitternächtlichen Gegend, gelaufen sein müsse. Noch gegen-wärtig ändert die Erde ihren Stand also zur Sonne, daß diesenach und nach wieder der besagten Mittellinie näher bleibt; dochgeschieht es sehr unmcrklich.

Wenn nun die Sonne beständig ihre Bahn in der Mittellinie,immerdar gleich weit vom mitternächtlichen und mittäglichen Poldes Erdballs, hatte, so mußte in den Ländern, die gleich weitvon beiden Polen des Erdballs liegen, ein immerwährenderSommer, und in den Ländern an den Polen, die setzt vonbeständigem Schnee und Eis bedeckt sind, ein ewiges Früh-jahr stattfindcn. Da die Erde, wie gesagt, obgleich sehr un-merklich langsam, ihren uralten Stand gegen die Sonne wiedercinnimmt, so daß die Annäherung des Sonnenlaufs zu oft er-wähnter Mittellinie in hundert Jahren kaum dreiunddreißigSekunden beträgt: so wird es noch eine Million und achtund-neunzigtausend Jahre währen müssen, ehe dieser Erdball dieZeiten des ewigen Frühlings Wiedersehen kann.

Was war aber die Erde in jenem Alter, da ein unwandelbarerLenz sie alle Tage mit Blumen und Früchten schmückte bis zuden entferntesten Mitternachtländern, die jetzt von UngeheuernSchnee- und Eisfeldern begraben und unzugänglich gewordensind? Wie anders war ihre Oberfläche! Wo wir jetzt wohnen,wuchsen damals die Palmen und süßen Fruchte der warmen Län-der, und jene erstarrten Eisflurcn in Mitternacht waren bewohntund mit tausend Blüthen geschmückt. Es war eine kräftigere Weltvon Thieren und Pflanzen, die nicht durch die Rauhheit oder denjähen Wechsel der Jahreszeiten litt; es war ein längeres Lebenselbst der Menschen gedenkbar, die einfacher lebten, und derenKörper nicht durch die Gewalt der ändernden Witterung ange-griffen und nach und nach verzehrt ward.