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besteht der wesentliche Unterschied des Göttlichen vom Mensch-lichen, daß das Göttliche allgemein und ewig ist, und von allenmit Verstand und Vernunft begabten Wesen immer als unwidcr-sprechliche Wahrheit anerkannt wird. Das Menschliche hingegenrichtet sich nach Ländern, Zeitaltern, Kenntnissen und Erfahrun-gen, und wechselt immerdar und behält nie seine Gestalt.
So ist auch über die Natur der Erbsünde viel Entzweiunggewesen. Viele haben sie nach ihrer eigenen Weise erklären wol-len; Viele hingegen an ihrem Dasein selbst gezweifelt, und sichnicht überreden mögen, daß um eines Menschen Fehltrittwillen der Hang zum Bösen erblich geworden sei durch dasganze Menschengeschlecht aller Jahrtausende. Inzwischen redetdoch die heilige Schrift an vielen Orten deutlich von der ange-bornen Neigung des Menschen zum Bösen. Eben so sprechen inihr die ältesten Urkunden des menschlichen Geschlechts von einemehemaligen vollkommenem Zustande desselben, von einer Ent-zweiung desselben mit Gott durch Abweichung von dessen Ge-setzen, und von dem daraus in der Welt entstandenen und fort-gepflanztcn Verderben.
Zwar haben noch in neuern Zeiten manche Ausleger der hei-ligen Schrift dies entweder mit Kühnheit verwerfen wollen, alswidersprechend mit der Erhabenheit und Weisheit Gottes; oderhaben cs deuten wollen als Meinung des hohen Alterthums,erfunden zur Erklärung des hohen Uebcls in der Welt, oderzur Vermehrung tugendhaften Eifers.
Aber in den heiligen Büchern des Christenthums erkenne ichdie ältesten und heiligsten Bücher des Menschenthums, erkenneich die Aussprüche der Gottheit durch ihre Werkzeuge und Botenan das Geschlecht, zu dem ich gehöre. Vieles darin ist uns mitden längst verschwundenen Zeiten dunkel geworden; selbst dieSprachen, in welchen jene Bücher verfaßt sind, werden nicht mehr