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sätzen übereinstimmten, die er genommen, wie Paulus sagenmüssen: So finde ich in mir nur ein Gesetz, der ich will dasGute thun, der ich Lust habe an Gottes Gesetz nach dem in-wendigen Menschen. Ich sehe aber ein ander Gesetz in meinenGliedern, das da widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüthe,und nimmt mich gefangen in der Sünden Gesetz, welches istin meinen Gliedern. (Rom. 7, 21 — 23.) Schwanken wirnicht unaufhörlich zwischen diesen beiden Gesetzen? Währendunser inwendiger Mensch, der Geist, das göttliche Gesetz derTugend und Heiligkeit ehren muß, handelt er, nicht wie er selbstwill, sondern wie ihm das Gesetz in seinen Gliedern, die Sinn-lichkeit, gebietet.
Dieser Widerspruch in der menschlichen Natur beschäftigteschon mehr als einmal das Nachdenken der Christen, um ihn zuerklären. Viele hielten die dem göttlichen Willen widerstreitendenBegierden für Einwirkungen oder Anfechtungen des Satans —aber kein anderes Wesen, als Gott selbst, hat Macht überuns. Viele glaubten, Gott führe uns selbst in Versuchungen —aber Gottes Wort erklärt mit Ernst: Gott ist nicht ein Versucherzum Bösen, er versucht Niemand. Sondern ein Jeglicherwird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gc-rcizet und gelocket wird. (Jak. 1, 13. 14.)
Am herrschendsten ward durch das ganze Alterthum aber derGedanke, daß der Mensch ursprünglich in einem vollkommenenZustande gewesen sei, den er hernach durch Entartung und durchUngehorsam gegen Gott verloren habe. Und die Sünde, welcheden Menschen von Gott trennte, sei im ganzen Geschlecht derSterblichen schon durch die Geburt fortgcpflanzt und erblichgeworden.
Diese Vorstellungsart war auch zu den Zeiten der ApostelJesu unter den Heiden und Juden noch ziemlich allgemein; daher