Sobald Butler sich von seinen Gegnern befreit sah, eilteer Staunton vom Boden zu erheben, allein das Leben hatteihn bereits verlassen.
„Ein großes Unglück," sagte Duncan, „ich will nur vor-angehen, es der guten Lady zu hinterbringen. — David,mein Sohn, Du hast heut in Deinem Leben zum erstenmalPulver gerochen, nimm mein Schwert und haue dem Donachaden Kopf ab. Du willst ja Soldat werden, da ist cS gutzur Uebung. — Aber Dein Vater scheint nicht damit zu-frieden, so laß es nur. Es wird auch Lady Staunton viel-leicht mehr Befriedigung gewähren, ihn ganz und gar zusehen. Ich hoffe, fie wird mir die Gerechtigkeit widerfahrenlassen, daß ich eines Edelmannes Blut schnell und gut zurächen weiß."
Dies waren die Aeußerungen eines Mannes, der zu sehran die alten Sitten des Hochlandes gewöhnt war, um de»traurigen Ausgang dieses Gefechtes im Geringsten zu bewun-dern oder zu betrauern.
Wir wollen nicht versuchen die verschiedene Wirkung zuschildern, welche dieses unerwartete Unglück auf Lady Staun-ton hervorbrachte, als der blutige Leichnam ihres Gatten zudem Hause gebracht wurde, wo sie ihn frisch und lebend wie-derzusehen erwartet. Alles Andere war vergessen, als daßer der Geliebte ihrer Jugend gewesen; und welches auch seineFehler gegen die Welt sein möchten, daß er gegen sie selbstsich keiner andern schuldig gemacht, als eines Unmuths undeiner Mißlaune, die seine bedenkliche Lage in ihm hervorge-rufen. In ihrem lebhaften Schmerz gab sie sich der ganzenHeftigkeit ihres GemüthS hin. Jammergeschrei folgte auf Jam-mergeschrei, Ohnmacht auf Ohnmacht. Es bedurfte der ganzenliebevollen Wachsamkeit Jeanie's, um sie zu verhindern, daß