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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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Viele erinnerten sich, daß Annaple Bailzou als Bettlerinund Wahrsagerin durchs Land gewandert; Manche wußten auch,daß sie in den Jahren 1737 und 1738 ein Kind bei sich gehabt;allein seit mehr als zehn Jahren war sie nicht in jener Gegendgesehen worden, und man sagte, sie sei nach einem fernen Theilvon Schottland gegangen, woher sie gebürtig. Staunton be-schloß ihr dorthin zu folgen, und da sein Aufenthalt in Edin-burg mit der Kirchenversammlung zusammenfiel, so nöthigte ihnseine Bekanntschaft mit dem königlichen Abgeordneten zu einemöffentlichen Erscheinen, welches er gern vermieden hätte.

An der Tafel dieses Edelmannes saß Staunton neben einemGeistlichen von ehrwürdigem Aeußern und gut gesittetem, ob-gleich höchst einfachem Betragen. Er hörte sein Name sei Butler-Staunton hatte nie gewünscht, daß sein Schwager um sein Ge-heimniß wissen solle, und Effie's Versicherungen, daß Frau But-ler, die Redlichkeit und Zuverlässigkeit selbst, sogar gegen ihrenMann geschwiegen, waren ihm daher höchst erfreulich gewesen.Doch war cs ihm nicht unangenehm, hier eine Gelegenheit zufinden, einen so nahen Verwandten kennen zu lernen, ohne vonihm gekannt zu sein. Was er sah und hörte, gab ihm die günstigsteMeinung von Butler. Er fand ihn allgemein geachtet, sowohlvon den geistlichen als weltlichen Mitgliedern der Kircbenver-sammlung. Er hatte sich in den bereits gehaltenen Sitzungendurch Verstand, Kenntniß und Freimüthigkeit ausgezeichnet, undwar als vernünftiger und gewandter Kanzclredner bekannt.

Dies Alles war für Georg Staunton sehr befriedigend, dessenStolz sich verletzt gefühlt, daß die Schwester seiner Frau in so un-tergeordnetem Stande verheirathet war. Die Verbindung schienihm jetzt um Vieles besser als er erwartet, und er glaubte, wenndie Entdeckung seines Sohnes cs erfordern sollte, allenfalls cinge-stchen zu dürfen, daß Lad- Staunton'ö Schwester, durch die un-