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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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kem, schwarzen Haar, welches in dichten verworrenen Lockenseinen Kopf umgab, und ihm ein wildes, grimmiges Ansehengab- Lady Staunton wiederholte ihre Bitten, indem sie sichfester an den Felsen klammerte, denn die abergläubische Furchtihres Gefährten ließ sie nicht länger auf seinen Beistand ver-trauen. Ihre Worte wurden vermuthlich von dem Brausendes Gewässers verschlungen, denn auch sie sah die Lippen desJüngern sich bewegen, ohne daß ein Laut ihr Ohr erreichte.

Ihre Lage und ihre Geberden hatten ihm dennoch ihr Ge-such verständlich gemacht. Er verschwand auf einige Augen-blicke und ließ gleich darauf eine acht Fuß lange Leiter vongeflochtenen Weidenzweigen herunter, indem er David ein Zei-chen gab, sie fest zu halten, während die Lady daran Hinaus-stieg. Die Verzweiflung verleiht Muth. Lady Staunton zö-gerte nicht, dies gefährliche Mittel zur Rettung zu benutzen;jener, der ihr auf so wunderbare Weise zu Hülfe gekommen,stand ihr sorgsam bei, und glücklich erreichte sie den Gipfel-Doch wagte sie kaum zu athmen, bis sie ihren Neffen leichtund gewandt ihrem Beispiel folgen sah, obgleich jetzt Nie-mand die Leiter unten festhielt. Als sie ihn in Sicherheitwußte, sah sie sich um, und der Ort, wo sie sich befand, undauch seine Bewohner machten sie schaudern.

Sie standen auf einer Art von Felsaltan, ganz und gar mitschroffem Gcbirg, mit Klüften und Abgründen umgeben, so daßes unmöglich schien, von irgend einer Seite dorthin zu gelangen.Ein ungeheures Felsstück, das sich von den obern Bergspitzen los-geriffen, und von andern im Herabfalle» aufgehalten wordenwar, hatte sich so eingeklemmt, daß es ein schräges Dach über denhintern Theil der Fläche bildete, auf der sie standen. Einige Hau-fen dürrer Blätter und Moos unter diesem rauhen Obdach auS-gebreitet, waren die Lager der Bewohner. Zwei dieser Letztem