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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
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Bei einer dieserWanderungen, wo David sie allein begleitete,weil sein Bruder anderweitig beschäftigt war, versprach er ihreinen Wasserfall zu zeigen, der höher und gewaltiger sei, als alle,die sie bis jetzt gesehen- Es war ein Weg von einer Meile, undsehr beschwerlich. Doch verkürzten und erheiterten ihn die wech-selnden Durchblicke, wo bald der Meerbusen und seine Eilande,bald ferne Seen, bald drohende Felsen und Abgründe sich in rei-zenden oder schauerlichen Gemälden darstellten. Der Anblick desWasserfalles selbst belohnte reichlich die Mühseligkeit des Weges.In einem einzigen Wasserstrahl stürzte ein beträchtlicher Stromsich an einem schwarzen Bergrücken herunter, dessen dunkle Farbewunderbar gegen den weißen Schaum des Gewässers abstach.In cinerTiefe von zwanzig Fuß ungefähr sprang ein zweiter Fel-sen hervor und verhinderte den Blick des Beschauers bis zumBoden des Falles zu dringen. Das Wasser wälzte sich rund umden Vorsprung herum und goß sich dann schäumend die felsigeKluft hinab- Wer die Natur liebt, mag gern bis zu ihren inner-sten Tiefen dringen. Lady Staunton fragte den Knaben, ob mannicht irgendwo den Abgrund sehen könne, in den sich das Wasserergoß. Er wisse wohl einen Vorsprung am äußersten Ende desuntersten Felsens, sagte er, wo der ganze Wassersturz sichtbar sei,aber der Weg dahin sei steil und gefährlich, und man könne leichtausgleiten. Sie war jedoch entschlossen, ihre Neugierde zu be-friedigen, und so ging er denn auf ihr Verlangen voran über Felsund Stein, und zeigte ihr besorglich die sichern Stellen an, dennbald mußten sie mehr klettern als gehen, um weiter zu kommen.

Sv gelangten sie endlich, indem sie sich wie Seevögel an denFelsen klammerten, zur ander» Seite desselben, und hatten hierden vollen Anblick des Wasserfalles. Er war furchtbar schön, wieer mit unaufhörlichem Tosen heulend und donnernd aus einerHöhe von mindestens hundert Fuß in einen schwarzen Kessel