Geheimnisses zeigte, den Dunlop-Käse zu verfertigen- Als je-doch der Reiz der Neuheit allen diesen Beschäftigungen zu ent-schwinden begann, wurde Jeanie nur zu deutlich gewahr, daß dasglänzende Gewand, mit welchem sie ihren Kummer verschleierte,ihr eben so wenig wahren Trost gewährte, als das buntfarbigeKleid des Kriegers, welches seine tödtliche Wunde umhüllt. ESgab Augenblicke und Stimmungen, in welchen ihre Traurigkeitsogar das überstieg, was sie selber in ihren Briefen davon geschrie-ben, und die Jeanie nur allzu sehr überzeugten, daß ihrer Schwe-ster Loos wenig zu beneiden sei, so glänzend es auch erschien.
Aus einer Quelle jedoch schöpfte Lady Staunton ein rei-nes Vergnügen. In jedem Betracht mit einem höheren Gradevon Einbildungskraft begabt, als ihre Schwester, gewährtendie Schönheiten der Natur ihr jenen herrlichen Genuß, dersolche, die seiner fähig, oft für mannigfache Leiden schadloshält. In diesem Punkt gab sie die Rolle der feinen Dameauf- Anstatt bei jedem Stein, bei jeder Schlucht zu bebenund zu schreien, unternahm sie mit ihren beiden Neffen, dieihr als Führer dienten, die längsten, ermüdendsten Wanderun-gen in dem benachbarten Gebirge, um Seen, Wasserfälle,Schluchten, kurz alle Schönheiten und Wunder der Naturaufzusuchen, welche in seinen Tiefen verborgen waren.
So matt, gleichgültig, mißmuthig, ja sogar unzufrieden mitdem, was ihrer Schwester Haus ihr darbieten konnte, sie sich wohlsonst zeigte (obgleich sie diese verachtenden Ausbrüche ihrer Launedann augenblicklich durch tausend Liebkosungen wieder gut zu ma-chen bemüht war), ebenso munter und lebendig fühlte sie sich in derfreien Luft, beim Anblick der herrlichen Gebirgslandschaften, undin Gesellschaft der beiden Knaben, die sie mit der Erzählung des-sen ergötzte, was sie in fremden Ländern gesehen, und was sieihnen in dem Herrenhause zu Willingham würde zu zeigen haben.