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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
130
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stelle. In einer Nachschrift wurde Jeanie gebeten, überZusammcn-leben in dieser Zeit ganz und gar Lady Staunten bestimmen zu las-sen, und sich dem zu fügen, was sie für nothwendig erachten würde-Nachdem sie diesen Brief wiederholt gelesen, eilte Jeanie dieTreppe hinunter, schwankend zwischen der Furcht sich zu verra-then, und dem glühenden Verlangen, ihrer Schwester um denHals zu fallen- Essie empfing sie mit einem eben so liebevol-len als warnenden Blick, und begann sogleich zu sprechen.

»Ich habe dem Herrn Hauptmann eben gesagt, wenn Sie,Frau Butler, mich und meine Leute in Ihrem Hause aufneh-men könnten, würde ich viel lieber hier bleiben, als zu Ro-feneath. Man hat mir gerathen, dem Orte, wo die Ziegenweiden, so nahe als möglich zu wohnen "

»Ich versicherte aber der gnädigen Frau," nahm Duncan dasWort,sie würde doch drüben gemächlicher wohnen und dieThiere könnten ja herüber geholt werden, da es schicklicher sei, daßdie Ziegen der gnädigen Frau aufwarten, als sie den Ziegen."

Meinetwegen bemühen Sie die Ziegen ja nicht," sagte LadyStaunton;ich bin überzeugt, die Milch ist hier besser." Siewarf dies mit einem gewissen nachlässigen Ueberdruß -in, wieJemand, gegen dessen Laune keine Gründe anwendbar sind.

Jeanie gab sogleich ihre Bereitwilligkeit zu erkennen, die gnä-dige Frau in ihr Haus aufzunehmen. Duncan machte zwar nocheinige Einwendungen, Lady Staunton wies ihn aber damit abund suchte ihn auf die höflichste Weise von der Welt los zu wer-den, indem sie ihn bat, ihre übrigen Sachen von Roseneath her-über bringen zu lassen. Im Herzen beleidigt, daß man ihmwie einem Diener befehle, ging Knockdunder mit einem heimli-chen Fluch gegen die englische Unverschämtheit, und nahm sichvor, der armen Frau Butler zur Bewirthung dieser uner-warteten, aufdringlichen Gäste wenigstens das Wildpret zu