„Komm her, Fenne," sagte Jeanie, die auch ihre Tochtervorstellen wollte, und halte hübsch den Kopf in die Höhe."
„Wie heißt Ihre Tochter eigentlich, Frau Pfarrerin?"
„Euphemia, gnädige Frau."
»Ich glaubte, die gewöhnliche schottische Abkürzung desNamens wäre Esfie?" sagte die Fremde, in einem Tone, derJeanie durch das Herz ging; denn in diesem einzigen Wortewar mehr von ihrer Schwester, mehr von alten, längstver-gangenen Zeiten, als in allen Erinnerungen, die das Wesenund die Züge der Fremden bereits in ihr geweckt.
Im Pfarrhause angekommen, drückte die Ladp ihr denBrief in die Hand, und fügte die Bitte um etwas Milch hin-zu. Frau Butler entfernte sich, gab der alten Marie Hem-den Auftrag, der Fremden das Gewünschte zu bringen, undeilte mit dem eben empfangenen Schreiben auf ihr Zimmer.
Sie öffnete das Siegel des Umschlags und fand zwei Briefedarin. Der eine war von dem Herzog von Argple- Er bat FrauButler auf's Dringendste um ihre freundlichen Bemühungen füreine genaue Freundin seines verstorbenen Bruders, die LadyStaunton von Willingham, welche eine Zeitlang in Roseneathwohnen werde, um die Ziegenmolken zu trinken, während ihr Ge-mahl eine kleine Geschäftsreise in Schottland mache. Das zweiteSchreiben, bestimmt Jeanie vorzubcreiten,war von Ladp Staun-ton selber- Sie berichtete ihrer Schwester, daß die erhalteneKunde ihren Gatten zu dem Entschluß gebracht habe, selbst nachCarlisle zu gehen, um dort Einiges über das Bekcnntniß deralten Murdockson zu erfahren. Da seine Bemühungen nicht ganzohne Erfolg gewesen, habe sie durch dringende Bitten und dasVersprechen des strengsten Geheimnisses die Erlaubniß eher vonihm erpreßt als empfangen, einige Wochen in der Nähe ihrerSchwester zuzudringen, während er weitere Nachforschungen an-Kerkcr von Edinburg. III. 9