Druckschrift 
10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
120
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Ach Jeanie," sagte Butler lachend, und drückte ihr dieHand,selbst die besten können in den jetzigen Zeiten nurein cinzigmal Wunder wirken."

Wir wollen sehen," erwicderte sie, und ging in die Ne-benkammer, wo sie ihren Honig und Zucker, ihre Töpfe vollEingemachtes, ihre Gläser mit Hausarzneien und dergleichenaufbewahrte. Auf einem Brett im dunkelsten Winkel rücktesie so lange mit Flaschen und Krügen, bis sie hinter der drei-fachen Reihe dieser Gefäße einen geborstnen braunen Topf her-vorbrachte, der oben mit einem Stück Leder zugcbunden war.In diesem ungewöhnlichen Geheimschrank lagen einige PäckeSchriften über einander gehäuft. Jeanie holte eine alte Ta-schenbibel darunter hervor, ehmals die stete Begleiterin ihres Va-ters, die er aber seiner Tochter geschenkt, als zunehmendeSchwäche des Gesichts ihn genöthigt, sich eines größern Druckszu bedienen. Diese gab sie Butler, der ihrem Treiben miteiniger Vcrwundrung zugesehen, und sagte, er solle einmalversuchen, was das Buch für ihn thun werde. Er öffnete dieHaken, und zu seiner noch größeren Verwunderung flatterte einHaufen von fünfzig Pfund Banknoten heraus, die zwischen denBlättern zerstreut gelegen, und nun einzeln zu Boden fielen.

Ich wollte Dir meinen Reichthum erst auf meinem Tod-bette entdecken, Rüben," sagte sie lächelnd,oder wenn wireinmal in eine große Verlegenheit kämen; aber es ist dochbesser, man wendet das Geld zu jenem schönen Wiesenlandan, als daß es hier unbenützt in dem alten Topf liegt."

Aber um Alles in der Welt, wie kommst Du dazu, Jeanie? Hier sind ja mehr als tausend Pfund," sagte Butler, in-dem er die Papiere aufnahm und überzählte.

Wie viel es ist, weiß ich nicht, es ist aber Alles, wasich habe. Und wie ich dazu gekommen bin? Auf redliche