so größere Wahrscheinlichkeit, da die Hecrden des David Deans(das Eigenthum des Herzogs) unberührt blieben, und desPfarrers Kühe -inweggetrieben wurden. Bei einem folgendenVersuch dieser Art legte Butler aus Noth sein friedliches Amtauf Augenblicke bei Seite, stellte sich an die Spitze einigerNachbarn und jagte den Räubern die Beute wieder ab — einHeldenzug, bei welchem David Deans, auf einem hochländi-schen Klepper und mit einem alten Schwert umgürtet, ihn un-geachtet seines hohen Alters treulich begleitete. Dies muth-volle Betragen war von so guter Wirkung, daß Donacha sichlängere Zeit in ziemlicher Entfernung hielt. Man horte noch ge-legentlich von seinen Räubereien, doch blieb diese Gegend ver-schont.
Es war im Jahr i?5i, als der ehrwürdige Patriarch vonSt. Leonards zu seinen Vätern versammelt wurde. David Deansstarb alt und geehrt- Er erreichte ein Alter von beinahe neun-zig Jahren. In den Armen seiner geliebten Tochter hauchteer den letzten Seufzer aus, dankbar für alle die Segnungen,welche die Vorsehung ihm in diesem Prüfungsthal beschicken,dankbar zugleich für alle Prüfungen, die sie ihm auferlegt.Sie wären nothwendig gewesen, sagte er, jenen geistlichenStolz, jenes Vertrauen auf sich selbst zu dcmüthigen, durchwelche der böse Feind ihm am schlimmsten zugesetzt- Er beteteauf die rührendste Weise für Jeanie, ihren Gatten, ihre Kin-der, und daß ihre kindliche Liebe für einen armen alten Manndurch ein langes Leben hier, und Seligkeit dort belohnt wer-den möchte. Mit einer Inbrunst, denen gar wohl verständ-lich, die seine Geschichte kannten, flehte er zu dem Hirten derSeelen, er wolle, wen» er seine Heerde sammele, nicht jenesverirrte Schäflcin vergessen, das vielleicht noch jetzt sich in denKlauen des räuberischen Wolfs befinde. Er betete für das