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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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angehöre. Aber Esfie denkt immer mehr an sich, als an Andere.Ich weiß nicht, ob ich ihr Geld behalten soll," sie nahm eineBanknote von fünfzig Pfund auf, die aus dem Brief zu Bo-den gefallen war;wir haben genug, und es ist ordentlich, alswollte sie mich damit bestechen; ich würde ohnedies um allesGold in ganz London nichts gesagt haben, was ihr schaden kann.Aber mein Mann muß es wissen. Ich sehe nicht ein, wenn siesolche Furcht vor ihrem Herrn Staunton hat, warum ich denPfarrer nicht ebenso achten soll? Sobald nur der Trunkenboldvon Hauptmann erst fort ist, sage ich cs ihm. Aber wie bin ichdoch so wunderlich," fügte sie hinzu, und kehrte wieder um, nach-dem sie bereits einige Schritte nach der Thür gemacht, sich wie-der zu denMännern zu begeben;ich werde dochnicht eine solcheThörin sein, mich zu ärgern, daß Esfie eine vornehme Frau ist,und ich nur eines Pfarrers Frau? Und doch bin ich verdrieß-lich wie ein Kind, anstatt Gott zu danken, daß er sie vorSchande, Armuth und einem sündhaften Leben bewahrt hat."

Sie ließ sich auf einen Stuhl am Fuß des Bettes nieder,faltete die Hände über der Brust zusammen, und nahm sichvor, nicht eher wieder hier aufzustehn, bis sie in einer bessernStimmung sei.

Ihr edler Sinn hatte diesen ungewöhnlichen Ausbruch derEigenliebe bald niedergekämpft. In jener mild wohlwollen-den Stimmung, die größtentheils ihr eigen war, ging sie zudem Wohnzimmer zurück, wo die Herren ihr Spiel so ebenbeendet hatten. Sie hörte hier von dem Hauptmann die Be-stätigung der Nachricht des Briefs, daß der Herzog in Kur-zem zu Roseneath erwartet werde.

Nach reiflicher Ueberlegung hielt Jeanie es für besser, ihremMann jenes furchtbare Geheimniß nicht zu entschleiern, dessenVer-schweigen er bei seinem Amte vielleicht nicht für erlaubt halten