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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
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jährlich zweimal erhalten. Schlage es nicht aus es ist vonmeinem Nadelgelde, und kann verdoppelt werden, wenn Dudessen bedarfst. In Deinen Händen kann es von Nutzen sein,in den meinen nicht."

Antworte mir bald, Jeanie, sonst bin ich in der peinlichstenAngst, daß dieser Brief in Unrechte Hände gefallen. Sende dieAntwort unter der einfachen Aufschrift L.S. in einem Einschlagan Sr- Ehrwürden Herrn Georg Whiterose in Aork. Erglaubt, daß ich mit einigen meiner vornehmen jakobitischenVerwandten in Schottland in geheimem Briefwechsel stehe.

Lebe wohl, theuerste Jeanie. Zeige dies Schreiben Nie-manden, selbst Butlern nicht. Ich habe alle mögliche Achtungvor ihm; allein seine Grundsätze sind allzu streng, und meineVerhältnisse erlauben keine zu scharfe Prüfung. Ich bleibestets Deine liebende Schwester E."

Dieser lange Brieferregte eben so sehr Jeanie's Erstaunen, alser ihr schmerzlich war. Effie, ihre Schwester Effie lebte in so vor-nehmer Gesellschaft, sah den Herzog von Argyle, als wäre ssc sei-nes Gleichen. Sie traute kaum ihren Augen, als sie dies las.Auch schien es nicht weniger wunderbar, daß Effie in demZeitraum von wenigen Jahren sich so ausgebildet haben sollte;denn bei weit größeren Anlagen als Jeanie hatte fie doch nie-mals Lust zum Lernen bezeigt, und war stets hinter ihrerSchwester zurückgeblieben. Allein Liebe, Furcht und Nothwen-digkeit hatten sich als gute Lehrmeister bewiesen, und allenihren Mängeln abgeholfen.

Was Jeanie am wenigsten in diesem Schreiben gefiel, war einegewisse unterdrückte Selbstsucht, die dennoch daraus hcrvorleuch-tete.Wir würden wohl schwerlich Nachricht von ihr haben,"sagte sie zu sich selbst,hätte sie nicht fürchten müssen, der Herzogwerde erfahren, wer fie sei, und daß fie uns niedrigen Leuten