Du sollst das Geheimniß, welches Dir den Hals kosten kann,auch vor dem Weibe Deines Busens geheim halten — meinWeib und ihre Schwester wissen beide das meinige, und ichwerde deshalb nicht weniger ruhig schlafen."
„Und sind Sie wirklich mit meiner Schwester verheirathet?"fragte Jeanie ängstlich und zweifelnd; denn sein nachlässigstolzer Ton ließ sie das Schlimmste befürchten.
„Ich bin gesetzmäßig mit ihr verheirathet, und unter mei-nem wahren Namen," versetzte Staunton ernster.
„Und Ihr Vater — Ihre Freunde?"
„Mein Vater und meine Freunde müssen sich mit dem aus-söhnen, was geschehen und nicht mehr zu ändern ist," erwie-derte Staunton. „Indessen ist es meine Absicht, theils umgefährliche Verbindungen abzubrechen und meinen FreundenZeit zu lassen, sich zu besänftigen, meine Heirath jetzt noch zuverschweigen und einige Jahre außer Landes zu bleiben, sodaß Ihr in dieser Zeit nicht von uns hören werdet, wennIhr überhaupt je wieder von uns hört. Ihr müßt einschen,daß es gefährlich ist, in Verbindung zu bleiben, denn Jederwürde in Effie's Gatten den — wie soll ich mich nennen? —den Mörder des Porteous vermuthen."
„Hartherziger, leichtsinniger Mensch!" dachte Jeanie; »welcheinem Manne hat sie ihr Glück vertraut! — Sie hat in denWind gesäet, und muß vom Wirbelwind ärnten."
„Denke nicht schlecht von ihm," sagte Effie leise, indem sieihren Gatten verließ und Jeanie ein wenig bei Seite führte;„denke nicht allzu schlecht von ihm- Er ist gut gegen mich,Jeanie, so gut als ich es verdiene. Und er ist entschlossen,nicht mehr auf seinen argen Wegen zu wandeln. — Und sogräme Dich denn nicht zu sehr um Effie; es geht ihrnoch besser, als sie cs verdient. — Aber Du, o Du, wie kannst