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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
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von Geistern und Erscheinungen, die zu solcher Zeit und anso einsamen Orten gesehen worden, drängten sich ihrer Ein-bildungskraft auf. Die Gestalt nahte; es schien ein Weib zusein, und eine sanfte Stimme rief:Jeanie, Jeanie!" Wares, konnte es die Stimme ihrer Schwester sein? War sienoch unter den Lebenden, oder hatte das Grab seine Bewoh-nerin heraufgesandt? Ehe sie sich noch diese Fragen deut-lich machen konnte, hatte Effie, lebend und wirklich, sie inihre Arme geschlossen, drückte sie an ihre Brust und bedecktesie mit ihren Küssen-Wie ein Geist bin ich hier umherge-wandelt, Dich zu sehen," sagte sie,und es ist kein Wunder,daß Du mich für einen Geist hältst. Ich wollte Dich nurvorübergehen sehen, oder den Ton Deiner Stimme hören;aber Dick, selbst zu sprechen, Jeanie, war mehr als ich ver-diente, und mehr als ich hoffen konnte."

O Effie! wie kommst Du allein hieher, zu dieser Stunde,an das wilde Seeufer? Ist es wirklich Dein eigenes leben-diges Selbst?"

Es war etwas von Eifie'S früherem Muthwillen darin,daß fie zur Beantwortung dieser Frage ihre Schwester mitleisen, eher feen- als geisterartigen Fingern in den Arm kniff.Und wieder umarmten sich die Schwestern und lachten undweinten abwechselnd.

Aber Du mußt mit mir in's Haus kommen, Effie," sagteJeanie,und mir Deine ganze Geschichte erzählen. Es sindgute Leute dort, die Dich um meinetwillen freundlich aufneh-men werden."

«Nein, nein, Jeanie," crwiederte jene traurig,Du hastvergessen, was ich bin eine Verwiesene, Landflüchtige, dienur einem schmählichen Tode entgangen ist, weil Du die beste,muthigste Schwester bist, die jemals lebte. Ich will mich

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