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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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Jeanie," riefen die jungen Mädchen eine nach der andern,denn Du machst unserm lieben Vaterlande Ehre."

Jeanie, überrascht und beschämt von so vielen Lobeserhe-bungen , konnte nur durch Erröthen, wiederholtes Verneigen,und den Ausruf:Vielen Dank! Vielen Dank!" antworten.

Es stand Kuchen und Wein auf dem Tisch. Der Herzognahm ein Glas und bot auch Jeanie eins, indem er aufSchottlands Heil trank.

Jeanie lehnte es ab. Sie habe nie in ihrem Leben Weingekostet, sagte sie.

Warum, Jeanie? Der Wein erfreut das Herz desMenschen."

Mein Vater, Herr, ist aber gleich Jonadab dem SohneRechabs, der seinen Kindern gebot, daß sie nicht sollten Weintrinken."

Ei! Dein Vater sollte klüger sein. Doch wenn Du nichttrinken willst, so mindestens."

Sie mußte von dem Kuchen essen, und auch davon zurReise einstecken.Es ist weit hin, bis Du Edinburgs Kirch-thürme wieder siehst," sagte er;ich wollte, ich sähe sie sobald als Du! Und nun glückliche Reise, und grüße mir alleFreunde im alten Schottland."

Seinem gewohnten leutseligen Wesen die Freimüthigkeitdes Kriegers gesellend, schüttelte er ihr treuherzig die Hand,und empfahl sie der Sorgfalt Archibald's, überzeugt, daßseine eigne ungemeine Aufmerksamkeit für sie dem Betragenseiner Leute zur Richtschnur dienen würde.

Der Empfehlung des Herzogs zufolge fand Jeanie ihre Ge-fährten bereit, ihr jede erdenkliche Gemächlichkeit zu verschaf-fen, so daß ihr Rückweg den stärksten Gegensatz gegen dieHerreise bildete.