»O mir ist nicht bange, Euer Gnaden Beifall zu erlangen,"sagte Jeanie zuversichtlich, „ich werde mir gewiß alle Mühegeben, und Sie sind viel zu gut, um zu tadeln, wenn einersein Bestes gethan hat."
Dies führte das Gespräch auf einen Gegenstand, überdenbeide Reisegefährten, obgleich so verschieden an Stand undErziehung, sehr viel zu sagen fanden. Der Herzog war einKenner der Landwirthschaft. Er unterhielt Jeanie mit seinenBemerkungen über die Viehzucht in Schottland; und sie wußteihm wiederum so viel von ihren Erfahrungen darüber mitzu-theilen, daß er ihr ein paar Devonshirer Kühe zum Lohn fürdie Belehrung versprach. Und so ganz und gar versetzte seineSeele sich zurück zu jenen ländlichen Beschäftigungen und Freu-den, daß er ungern seinen Wagen bei der Miethkutsche an-halten sah, mit welcher Archibald indessen auf jenem Scheide-wege gewartet. Während der Lohnkutscher sein mageres Viehanschirrte, dem er in der Zwischenzeit ein wenig Heu vorge-legt hatte, ermahnte der Herzog Jeanie, nicht zu mittheilendgegen ihre Muhme zu sein; sie solle sie nur Archibald über-lassen, wenn sie allzu sehr mit Fragen in sie dränge. Sie seiseine alte Bekannte, und er wisse schon mit ihr umzugehen.Er sagte ihr dann ein herzliches Lebewohl, hieß sie sich in dernächsten Woche zur Rückreise bereit halten, sah sie einsteigen,und rollte dann in seinem eigenen Wagen davon, indem erdie Weise eines schottischen Volkslieds vor sich hin summte.
Als Jeanie und ihr Begleiter bei dem Dornbusch anlang-ten, stürzte Frau Glas nach langer neugieriger Erwartungvoll Eifers auf das arme Mädchen los, und überströmte siemit einer Fluth von Fragen: Hatte sie den Herzog gesprochen?Oder die Herzogin, oder die jungen Fräulein? Hatte sie denKönig gesehn, oder die Königin, oder den Prinz von Wales,
Kerker vo» Edinburg. III. 4