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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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Schwester begnadigen, so würden Deine edinburger Lands-leute sie vermut-lich ihm zum Troß hangen."

Nun wird sie sich vollends zu Grunde richten," dachte derHerzog. Allein er irrte. Die Klippen, auf welche Jeanie indieser gefährlichen Unterredung gestoßen, lagen in der Tiefe,und waren ihr unbekannt; diese Sandbank ragte aus demWasser hervor, und sie vermied sie.

Sie sei überzeugt, sagte sie, Stadt und Land würden sichfreuen, wenn Seine Majestät sich eines armen verlassenen Ge-schöpfs erbarmten.

»Seine Majestät hat dies neuerdings anders gefunden,"sagte die Königin;Mylord möchten vielleicht ihm rathendie Stimmen des Pöbels selbst zu sammeln, wer gehängtwerden soll und wer begnadigt?"

Nein, gnädigste Frau; allein ich würde Seiner Majestätrathen, sich von seinem eigenen Gefühl und dem Gefühl seinerköniglichen Gemahlin leiten lassen. Dann, ich bin dessen ge-wiß, wird die Strafe nur der Schuld folgen, und selbst die-ser mit vorsichtigem Zögern."

Diese feinen Worte überzeugen mich nicht, Mylord, daß esangemessen sei, Ihrer ich darf wohl nicht sagen aufrühreri-schen? doch mindestens unlenksamen Hauptstadt, so schnelleine solche Gunst zu erzeigen. Ist nicht das ganze Volk imBunde, die wilden verabscheuungswerthen Mörder jenes Un-glücklichen zu schirmen? Wie wäre es sonst möglich, daß mannicht einen von den vielen entdeckt, die Theil an einer so öffentlichenHandlung genommen? Diese Landdirne sogar mag vielleicht umdas Gcheimniß wissen. Höre, Mädchen, haben welche von DeinenFreunden Theil an der Porteous-Verschwörung genommen?"

Nein, gnädige Frau," sagte Jeanie, erfreut die Frage sogestellt zu finden, daß sie sie mit gutem Gewissen verneinen konnte.