Der Herzog hatte seinen guten Antheil an der Verlegenheit;denn da er diese schuldlose Beleidigerin cingeführt, befand er sichungefähr in der Lage eines Landedelmanns, der seinen Wachtel-hund in ein wohlverziertes Gesellschaftszimmermitbringt, und nunZeuge des Schadens sein muß, den seine unzeitigen Sprünge anrich-ten. Jeanie's letzter zufälliger Hieb machte jedoch die nachtheiligeWirkung des ersten wieder gut. Ihre Majestät hatte dic Gefühle desWeibes nicht so ganz in denen der Königin aufgehen lassen, einenScherz auf Kosten „ihrer guten Suffolk" ungern zu sehn. Sie sahden Herzog an mit einem Lächeln, das von der Freude über ih-ren Triumph zeugte, und sagte: „Die Schotten sind sehr strengeSittenrichter." Dann wandte sie sich wieder zu Jeanie, undfragte sie, wie sie die Reise von Schottland hierher gemacht habe.
„Meistens zu Fuß," war die Antwort.
„Was, den ganzen ungeheuren Weg zu Fuß? —Wie weitkannst Du in einem Tage gehn?"
. „Fünf und zwanzig Meilen ungefähr."
„Ich hielt mich für eine tüchtige Fußgängerin," sagte dieKönigin zu Argyle, „allein diese hier beschämt mich sehr."
„Mögen Euer Gnaden niemals ein so trauriges Herz haben,daß Sie die Müdigkeit ihrer Füße nicht fühlen," sagte Jeanie.
„Das kam besser heraus," dachte der Herzog, „es ist daserste Mal, daß sie etwas Zweckmäßiges sagt."
„Und ich ging auch nicht ganz und gar zu Fuß; denn ichfuhr zuweilen mit einem Frachtwagen, und von Ferrpbridgeaus hatte ich ein Pferd, — und verschiedene andre Erleichte-rungen," sagte Jeanie, ihre Erzählung kurz abbrechend, dennsie sah den Herzog das verabredete Zeichen machen.
„Aller dieser Bequemlichkeiten ungeachtet mußt Du eine sehrermüdende Reise gehabt haben," sagte die Königin, „und dassehr vergeblich, fürchte ich. Denn wollte auch der König Deine