38
sei sie sehr geeignet meiner Freundin, der Herzogin, Eifersuchtzu erregen."
»Ich hoffe Ihre Majestät werden hier meinen Geschmack fürmich Bürge sein lassen," crwiederte derHerzog, gleichfalls lächelnd.
„Dann ist sie wohl irgend eine Muhme des dreißigsten Glie-des in den Ungeheuern schottischen Geschlechtsreihen?"
„Nein, gnädigste Frau," sagte der Herzog, „doch wünschteich wohl einigen meiner nähern Verwandten die Hälfte ihresWerths, ihrer Redlichkeit, ihrer Liebe."
„So kommt sie doch gewiß von Jnverary oder Argyleshire?"
„Sie ist nie weiter nordwärts gewesen als Edinburg,meine gnädige Königin."
„Dann bin ich zu Ende mit meinen Vcrmuthungen, undEure Durchlaucht müssen selbst die Mühe übernehmen, dieSache Ihrer Beschützten vorzutragen."
Mit jener leichten Kürze und Bestimmtheit, die nur dasgesellschaftliche Leben der höhern Stände gibt, erklärte jetztder Herzog das sonderbare Gesetz, vermöge dessen Effie DeanSverurtheilt worden, und die liebevollen Bemühungen Jeanie'szur Rettung ihrer Schwester, für die sie Alles andre willigopferte, nur Wahrheit und Gewissen nicht.
Königin Caroline hörte ihm mit Aufmerksamkeit zu. Sieliebte das Bestreiten eines Gegenstandes, und fand bald indes Herzogs Darstellung etwas aus, um Einwendungen ge-gen sein Begehren zu machen.
„Dies Gesetz scheint mir ein strenges, Mplord," sagte sie.„Doch muß ich voraussetzen, daß es aus triftigen Gründengegeben worden, da es ein Landesgesetz ist. Das Mädchen istnach demselben verurtheilt worden, weil die Muthmaßungen,die man als Beweis der Schuld annimmt, in ihrem Fall statt-finden. Was Sie, Mylord, in Betreff der Möglichkeit ihrer