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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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wahren Vortheil beider zu trennen. Das gegenwärtige be-trifft jedoch keine öffentliche Angelegenheit, sondern nur eineneinzelnen wenig beachteten Gegenstand."

Was ist cs, Mylord?" sagte die Königin.Laßt unsendlich wissen, wovon die Rede ist, damit wir einander nichtmißverstehen."

Es betrifft das Schicksal eines unglücklichen jungen Mäd-chens in Schottland, zum Tode verurtheilt wegen eines Ver-brechens, an welchem sie aller Wahrscheinlichkeit nach unschul-dig ist. Und ich wage das unterthänige Gesuch an Ihre Ma-jestät, durch Ihre mächtige Verwendung den König zu einerBegnadigung zu bewegen."

Die Reihe des unwilligen Erröthens war nun an der Kö-nigin, und diese zornige Glut überzog ihre Wange und Stirn,Hals und Busen. Sie schwieg einen Augenblick, als wollesie den ersten Ausbruch ihres Mißfallens zurückhalten. Dannnahm sie die Miene der Würde und strenger Selbstherrschaftan, und sagte :Mylord, ich will nicht fragen, in welcher Ab-sicht Sie eine Bitte an mich richten, welche die Umstände zueiner höchst seltsamen machen. Als Pair und Mitglied desgeheimen Raths stand Ihnen der Weg zum König offen, undSie konnten mir die Mühe dieser Erörterungen ersparen. Ichwenigstens habe genug der schottischen Begnadigungen."

Der Herzog, auf diesen Ausbruch des Unwillens vorberei-tet, ließ sich dadurch nicht zurückschrecken. Er machte keinen Ver-such zu einer Antwort, blieb aber in derselben ruhig ehrerbieti-gen Stellung wie zuvor. Ihm keinen Vortheil über sich zu geben,bezwang die Königin ihren Zorn; und in demselben milden Ton,mit dem sie die Unterredung begonnen, fügte sie hinzu:Siemüssen mir einige der Vorrechte meines Geschlechts einräumen,Mylord. Urtheilen Sie nicht zu hart von mir, wenn das Anden-