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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
35
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Sie können mich nicht mehr verpflichten, Mplord," crwie-Lerte sie,als durch Mittheilung Ihrer Erfahrungen und An-sichten in allem, was den Dienst des Königs betrifft. EureDurchlaucht wissen, daß ich nur das Mittel sein kann, eineSache der höhern Weisheit seiner Majestät darzustellen; dochsoll ein Anliegen des Herzogs von Argyle nicht minder gün-stig ausgenommen werden, wenn ich cs vortrage."

Es ist nicht mein eigenes Anliegen, allergnädigste Frau,"sagte der Herzog;es ist eher eine Sache, die meinen Herrn denKönig als einen Freund der Gerechtigkeit und Gnade angeht, unddie nach meiner Ueberzeugung sehr dazu beitragen kann, SeinerMajestät getreue Unterthancn in Schottland zu besänftigen."

Diese Worte des Herzogs mißfielen der Königin aus zwiefa-chem Grunde- Zuerst weil sie sich dadurch in der schmeichelhaftenHoffnung getäuscht fand, Argyle habe diese Zusammenkunft er-beten, um durch ihre Vermittlung wieder zu Gunst und Ansehnzu gelangen; und ferner weil er davon sprach, die unruhigen Ge-müther in Schottland auszusöhnen, und nicht, sie zu zügeln.

Von diesen Gefühlen angeregt, antwortete sie hastig:daßSeine Majestät getreue Unterthancn in England hat, Mylord,verdankt er Gott und den Gesetzen, daß er Unterthancn inSchottland hat, dankt er, glaubeich, Gott und seinem Schwert."

Der Herzog erröthete ein wenig, so sehr er Hofmann war.Sie erkannte ihren Fehler sogleich, und ohne die Miene zuverändern, fügte sie hinzu, als gehörten die Worte ursprüng-lich zu dem Satz:und den Schwertern edler, dem HauseBraunschweig wahrhaft getreuer Schotten, vorzüglich demdes Herzogs von Argyle."

Mein Schwert, allergnädigste Frau, ist gleich dem meinerVäter stets für meinen rechtmäßigen König, so wie für meinVaterland bereit gewesen. Ich halte es für unmöglich, den