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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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Ihre Begleiterin war kleiner als jene. Sie hatte hellbraunes Haar und sprechende blaue Augen. Ohne regelmäßigschön nu sein, waren ihre Züge doch sehr angenehm. EinAusdruck von Schwermut-, oder mindestens von sinnendemErnst, sehr erklärlich bei ihrem Loose, war vorherrschend, wennsie schwieg, doch wich er einem lieblichen wohlwollenden Lä-cheln, sobald sie zu Jemand sprach.

Als sie ungefähr noch dreißig Schritte von den beidenFrauen entfernt waren, gab der Herzog ein Zeichen stehen zubleiben. Er selbst trat näher, und mit der ihm eignen An-muth machte er eine tiefe Verbeugung.

Die Königin erwiederte sie mit feierlicher Würde.Ichhoffe," sagte sie dann mit herablassendem Lächeln,einen sogroßen Fremdling am Hof, als der Herzog von Argyle csjetzt ist, bei so guter Gesundheit zu sehn, als seine Freundehier und in Schottland cS wünschen."

Der Herzog erwiederte, er habe sich vollkommen wohl be-funden, und sei nur durch wichtige Geschäfte und eine Reisenach Schottland abgehalten worden, bei Hofanläffen seinePflicht zu beobachten.

Wenn er Zeit zu so Geringfügigem fände, versetzte dieKönigin, würde er stets willkommen sein. Ihre Bereitwillig-keit, den Wunsch, den er gestern gegen Lady Suffolk geäußert,zu gewähren, zeige ihm, daß mindestens ein Mitglied des kö-niglichen Hauses nicht frühere wichtige Dienste wegen dieserspäter» Vernachlässigung vergessen habe. Dies ward in halbscherzhaftem Ton gesagt, undschien eineAussöhnungzu bezwecken.

Er empfände die Ehre sehr tief, die sie ihm jetzt erzeigte,sagte der Herzog; und er hoffe Ihrer Majestät bald zu bewei-sen, daß die Sache, um welche er so kühn gewesen, sie hier-her zu bemühen, auch für sie selbst von Wichtigkeit sei.