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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
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ehrlich und offen zu Werke zu gehen, steht in der Macht einesJeden. Ich will nicht, daß Du Dich mit Hoffnungen aufmeinen Einfluß täuschest, und dann Deinen Kummer um destoschmerzlicher fühlst- Ich kann Deiner Schwester Schicksalnicht abwenden. Sie muß sterben."

Wir muffen Alle sterben, Herr, es ist unser allgemeinesLoos, um der Uebertretung unsers Vaters willen- Allein wirsollten nicht Einer des Andern Tod beschleunigen, wie EuerGnaden wohl besser wissen als ich."

Mein liebes gutes Kind," sagte der Herzog mild,wirstnd alle sehr geneigt, das zu tadeln, unter dem wir gegen-wärtig leiden. Du scheinst aber wohl erzogen für DeinenStand, und wirst wissen, daß es das Gesetz Gottes und derMenschen ist, den Mörder mit dem Tode zu bestrafen."

Aber, Herr, Effie, meine arme Schwester, Herr,ist keine erwiesene Mörderin- Und wenn sie es nicht ist, und dasGesetz dennoch ihr Leben-inwegnimmt, wer ist denn der Mörder?"

Ich bin kein RcchtSgelehrter," sagte der Herzog;und ichgestehe, daß mir die Verordnung eine sehr strenge scheint."

Sie sind ein Gesetzgeber, Herr; und darum haben SieMacht über das Gesetz."

Nicht als Einzelner," sagte der Herzog,obgleich ich alsMitglied einer großen gesetzgebenden Versammlung eine Stimmeunter vielen habe- Allein dies kann Dir nicht helfen. Auchist gegenwärtig wisse es meinetwegen wer da wollemein besonderer Einfluß bei dem Landesherrn nicht von derArt, daß ich mich berechtigt fühlen dürfte, nur die kleinsteGunst von ihm zu fordern. Was und wer bewog Dich, mitdiesem Anliegen zu mir zu kommen?"

Sie selbst, Herr."

Kerker von Edinburg- III.

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