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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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Der Diener zog sich zurück.

Und nun setze Dich nieder, mein Kind. Schöpse Athem,und dann sage mir, was Du zu sagen hast. Ich sehe ausDeiner Kleidung, daß Du so eben aus dem guten altenSchottland kommst. Bist Du mit Deinem Manteltuch durchdie Straßen gegangen?"

Nein, Herr," sagte Jeanie,eine Freundin brachte michhierher in einer der Micthkutschen, die sie hier haben. Einesehr anständige Frau," fügte sie hinzu, denn ihrMuth wuchs,je vertrauter sie mit dem Ton ihrer Stimme in einer solchenGegenwart wurde,Eure Durchlaucht kennen sie sehr wohl, es ist Frau Glas, die den Laden zum Dornbusch hat."

Ei, meine wackre Frau Glas! Ich schwatze immer einwenig mit ihr, wenn ich meinen schottischen Schnupstaback vonihr kaufe. Aber Dein Geschäft, mein gutes Mädchen?Zeit, Ebbe und Fluth warten auf Niemand, wie Du weißt."

Euer Gnaden, ich bitte um Verzeihung, Mplord ichwill sagen Eure Durchlaucht," denn diese Art, den Herzoganzureden, war ihr auf das Sorgfältigste von ihrer Freundin,der Frau Glas, eingeprägt worden, der die Sache so bedeu-tend schien, daß sie Jeanie noch beim Aussteigen nachrief:Vergiß nicht ihn Eure Durchlaucht zu nennen." Und daJeanie niemals mit irgend Jemand gesprochen der höhernStandes war als der Lord von Stummendeich, so machte esihr einige Schwierigkeit, sich nach dieser Vorschrift zu richten.

Der Herzog sah ihre Verlegenheit, und sagte mit seinergewohnten Leutseligkeit:Es thut nichts, Kind; sprich nurgerade zu, und zeige, daß Du eine schottische Zunge hast."

Herr, ich bin Ihnen sehr dankbar, Herr, ich bin dieSchwester einer armen jammervollen Gefangenen, Effie Deans,die man in Edinburg zum Tode verurtheilt hat."