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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Mein Nenne ist Argyle wohl mag cs Euch wunder»,Am Hofe z» leben und sich nicht zu ändern.

B e> l l e> d e.

Wenige Namen verdienen eine ehrenvollere Erwähnung inder damaligen Geschichte Schottlands, als der Herzog vonArgyle. Er besaß die seltensten Fähigkeiten des Staatsmannsund Kriegers. Doch war er gänzlich frei von den Fehlern,die oft mit jenen vereinigt sind, von Falschheit und Verstel-lung sowohl als ausschweifender Vergrößerungssucht.

Sein Vaterland befand sich zu jener Zeit in einer sehr un-sichern Lage. Die Verbindung mit England hatte noch keineFestigkeit gewonnen. Der Groll wegen früherer Beleidigun-gen währte fort, und oft gab es Gelegenheit zu neuem Streit.Schottlands innerer Zwiespalt mehrte die Gefahr; bittrer Haßthcilte die Gemüther, und man wartete nur auf ein Zeichenzum Ausbruch.

Unter solchen Umständen würden Andere, mit dem Ansehenund den Fähigkeiten des Herzogs von Argyle, doch mit weni-ger gemäßigtem Sinn, versucht haben, im Wirbelwinde em-porzusteigen, und dessen Wuth zu lenken. Er wählte eineBahn, die sichrer und ehrenvoller war. Durch seine kriegeri-schen Gaben hatte er dem Hause Hannover bei der Empörungim Jahr i? is wesentliche Dienste geleistet; den ihm dadurchgewordenen Einstuß wandte er dazu an, das Beste seines Va«terlandcs zu befördern, und die Folgen jener unglücklichen