dern Uebcrrcdungsgründe vergeblich sind, so sage ihm, es stehein Deiner Macht, den Anführer der Porteous-Verschwörungder ihm gebührenden Strafe zu überliefern. In diesem Fallwird er Dich anhören, wenn er auch bei allem Andern taubbleibt. Mache Deine eigenen Bedingungen, denn Du kannstsie machen. Du weißt, wo ich zu sinken bin. Ich werde nichtentfliehen, wenn die Gefahr naht, wie einst bei den Muschat-Steinen. Im Vaterhause will ich bleiben — gleich dem Ha-sen mich zerfleischen lassen, wo man mich aufgejagt. Ich wie-derhole es, mache Deine eigenen Bedingungen. Ich braucheDich nicht erst zu erinnern, Deiner Schwester Leben zu for-dern, allein fordere auch für Dich. Fordere Reichthum undBelohnung, Amt und Einkommen für Butler, fordere Alles,man wird Dir Alles gewähren, überlieferst Du nur dem Hen-ker einen Menschen, der seine rächende Hand verdient, einen,der jung an Jahren, doch alt an Sünden ist, und der nichtsmehr begehrt, als nach den Stürmen eines unruhvollen Le-bens sein Haupt niederzulegcn und zu schlafen."
Dieser seltsame Brief war mit den Anfangsbuchstaben G.S.unterschrieben. Jeanie las ihn zweimal mit großer Aufmerk-samkeit durch. Der langsame Schritt des Pferdes, indem esauf einem sandigen Wege fortging, machte ihr dies leicht.
Als sie sich mit dem Inhalt des Schreibens vollkommenbekannt gemacht hatte, war ihr erstes Geschäft, es in so kleineStücke als möglich zu reißen, und diese nach und nach in dieLuft zu verstreuen, damit ein so gefährliches Geheimniß nichtin fremde Hände gerathen könne- Die Frage, ob sie im äußer-sten Fall berechtigt sei, jenen für ihre Schwester zu opfern,war der nächste Gegenstand ihrer ernsten und höchst peinlichenUcberlegung. Einerseits schien es nur gerechte Wiedervergel-tung, Staunton, den Schuldigen, den Urheber der Vergehun-