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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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seinem würdigen Vater das feste Versprechen gegeben, ihnnicht wiederzusehen."

Frau Dalton ließ es bei dieser Gelegenheit nicht an nach-drücklichen, warnenden Verweisen fehlen, und Thomas zogsich beschämt und kleinlaut zurück.

Nach gastfreier Bcwirthung und ruhigem Schlaf saß Jeaniefrüh am Morgen auf einem Reitkissen hinter einem rüstigenBauer, der mit Pistolen bewaffnet war, sie gegen möglicheAngriffe zu schützen. Sie trabten eine Zeitlang schweigendmit einander fort auf einem Feldwege, der erst später in diegroße Landstraße einbog. Endlich fragte sie ihr Begleiter,ob sie nicht Jeanie Deans heiße. Verwundert bejahte sie es.So Hab' ich hier ein Zettelchen für Euch," sagte der Mann,indem er es ihr über die linke Schulter hinreichte;es ist,glaub' ich, von unserm jungen Herrn, und Jedermann inWillingham thut ihm gern etwas zu Gefallen, aus Liebe oderFurcht. Denn er wird doch einmal Herr, sie mögen von ihmsagen, was sie wollen."

Jeanie erbrach das Siegel und las Folgendes:Du willstmich nicht sehen. Mein eigenes Bekenntniß macht, daß Duvor mir zurückschauderst; doch meine Aufrichtigkeit zeigt Dir,daß ich mindestens kein Heuchler bin. Du weißt, daß ichmeine Ehre, die Ehre der Meinen, mein Leben für DeineSchwester hinzugeben bereit bin, und Du weigerst Dich zukommen, Du achtest mich zu niedrig, etwas für mich zu thun.Wohlan, wenn der Opfernde verworfen wird, ist noch dasOpfer vorhanden; und vielleicht ist es die vergeltende Ge-rechtigkeit des Himmels, die mir den traurigen Ruhm ver-sagt, es aus eigenem freien Willen zu bringen. Da Dumeine Mitwirkung abgelehnt, mußt Du selbst das Ganze lei-ten. Geh denn zum Herzog von Argyle, und wenn alle an-