„Höre mich erst an," sprach der Sohn zu ihr. „Ich habenur ein Wort zu sagen. Ich vertraue ganz auf Deinen Ver-stand. Entdecke meinem Vater so viel oder so wenig vondiesen Dingen, als Du willst, von mir soll er nicht mehr da-von erfahren."
Sein Vater warf ihm einen unwilligen Blick zu, der sichzu einem Blick deö Kummers milderte, als er ihn erschöpftvon dem Vorgänge auf sein Lager zurücksinken sah. 'Er ver-ließ das Gemach und Jeanie folgte ihm. Als sie in derThür war, erhob sich Georg Staunton, und mit feierlich er-mahnendem Ton rief er ihr nach: „Gedenke!"
„Es ist etwas in Deiner Miene und in Deinem Wesen,"sagte der Pfarrer, als er mit ihr allein war, „das von Ver-stand und Unbefangenheit zeugt, und auch von Unschuld, wennich nicht irre- Sollte es anders sein, so bist Du die größteHeuchlerin, die ich je gesehen- — Ich will Dich nach keinemGeheimniß fragen, das Du nicht entdecken magst, am wenig-sten nach solchen, die meinen Sohn betreffen. Seine Auffüh-rung hat mir schon zu viel Kummer gemacht, als daß ich jeTrost oder Freude von ihm erwarten dürfte. Glaube miraber, welcher Art auch Deine Verbindungen mit Georg Staun-ton sein mögen, je eher Du denselben entsagst, desto besser."
„Ich verstehe Sie sehr wohl, Herr," versetzte Jeanie; „daSie selber aber so freimüthig über Ihren Sohn sprechen, mußich Ihnen sagen, daß ich ihn heute erst zum zweitenmal inmeinem Leben gesprochen habe, und was ich bei diesen beidenGelegenheiten aus seinem Munde hörte, läßt mich wünschen,nie wieder Aehnliches zu hören."
„So ist es also Dein ernstlicher Wille, diese Gegend zuverlassen, und nach London zu gehen?"
„In Wahrheit, Herr; denn ich kann in gewissem Sinne