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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
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Georg, das einzige Kind aus dieser Ehe, brachte seine ersteJugend unter der Aufsicht einer verzärtelnden Mutter und inder Gesellschaft niedrig schmeichelnder Negersclaven zu. Häu-fige Berufsgeschäfte und eine zu große Nachsicht gegen seinekränkelnde Frau hielten den Vater ab, einem so verderblichenEinfluß mit Beharrlichkeit entgegenzuwirken. Einige Versuchedieser Art fruchteten wenig, und ließen ihn dem verwöhntenKnaben als einen strengen mürrischen Tadler erscheinen.

Als Georg ungefähr zehn Jahr alt war, starb die Mutter.In tiefer Betrübniß über den Verlust, kehrte Robert Stauntonnach England zurück. Hier gab er seinen Sohn in eine öf-fentliche Lehranstalt, in der Hoffnung, früher begangene Fehlerder Erziehung dadurch wieder gut zu machen. Allein, obgleichder Knabe viel Fähigkeiten zeigte, brachte er es doch durchsein wildes Betragen dahin, daß man ihn von der Schulejagte- Trotz seiner Jugend wurde er bald zum vollendetenWüstling. Durch die thörichte Vorliebe seiner Mutter miteinem unabhängigen Vermögen ausgestattct, wandte er dieszu den tollsten Ausschweifungen an; und da die Jünglinge sei-nes Alters die geldstolze Unverschämtheit des jungen Kreolen nichtdulden wollten, sank er zur niedrigsten Gesellschaft hinunter.

Der ältere Staunton hatte indeß den Stand des Kriegersmit dem des Geistlichen vertauscht, und als einem jüngernSohne des Hauses Willingham war ihm die Pfarre dieses Or-tes zu Theil geworden. Ohne die wilde Gemüthsart seinesSohnes gehörig zu berücksichtigen, hatte er ihn gleichfalls zumgeistlichen Stande erziehen wollen, und durch diesen Zwang seinerNeigungen das Nebel verschlimmert. Er nahm ihn jetzt wiederzu sich, fand aber bald, daß seine wüsten Sitten ihn zu einemunerträglichen Hausgenossen machten. Ihn durch Erfahrungund Weltkenntniß zu bessern, sandte er ihn aus Reisen-