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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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Frage nie nach der Leute Namen, Jeanie. Es schickt sichnicht. So Viele auch zu meiner Mutter hinkamen, sie rie-fen sich niemals bei ihren Namen. Und Vater Rat sagt, essei das Unhöflichste von der Welt, denn vor Gericht thun sieEinem immer allerlei dumme Fragen, ob man Den gesehenhat, ob man Jenen gesehen hat; und wenn man ihre Namennicht weiß, so kann ja gar kein Gerede mehr darüber sein."

In welch einer seltsamen Schule ist dies arme Geschöpferzogen worden," dachte Jeanie bei sich selbst,wo man solcheMaßregeln gegen die Verfolgung der Gerechtigkeit nehmenmuß! Was würde mein Vater oder Butler dazu sagen, er-zählte ich ihnen, daß es dergleichen Menschen in der Weltgibt! Und die Einfalt dieser armen Vernunftlosen zu mißbrau-chen ! O war' ich nur sicher zurück in der Heimath unter denwahrhaften, rechtlich gesinnten Meinigen! Und ich will Gottpreisen, so lange ich Athem habe, daß er mich zu Denen ge-sellt, die in seiner Furcht leben, und unter dem Schatten sei-ner Flügel."

Hier ward sie in ihren Betrachtungen durch das wahnsin-nige Gelackter unterbrochen, das eine über den Weg hüpfendeElster ihrer Begleiterin entlockte.

Sieh einmal, gerade so pflegte mein altes Schätzchen zuHüpfen, nur nicht so behend, er hatte keine Flügel seinen dür-ren Beinen nachzuhelfen.' Ich hätte ihn aber doch gchcirathet,sonst hätte meine Mutter mich todtgeschlagcn. Da kam aberdie Geschichte mit meinem armen Kindchen, und meine Mut-ter dachte, das Schreien würde ihn taub machen, und dasteckte sie es unter den kleinen Rasenhaufen dort, damit esaus dem Wege käme. Ich glaube aber, sie hat mir meinBischen Verstand mit begraben, denn ich bin gar nicht mehrdieselbe seitdem. Und stelle Dir nur vor, Jeanie, nachdem