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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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Und so behielt sie denn in ihrer angstvollen Lage Fassunggenug, um mit angestrengter Aufmerksamkeit den größten Theileines für sie bedeutenden Gesprächs jener Beiden zu erlau-schen, obgleich der leise Ton, in dem sie sprachen, die oft un-verständlichen Ausdrücke ihres Nothwelsch, und die Zeichenund Geberden, deren sie nach Diebesweise sich zuweilen an-statt der Worte bedienten, sehr schwer machten sie zu verste-hen. Der Inhalt dieser Unterredung war ungefähr folgender:Ihr seht," sagte der Räuber,ich stehe meinen Freundenbei. Ich Hab' es nicht vergessen, daß Ihr mir zu dem Mes-ser halft, womit ich den Festungsgittern zu Ifork entging, undich war gleich bei der Hand zu thun, was Ihr von mir ver-langtet, denn eine Freundschaft ist der andern werth. Aberda wir nun hier so allein sind, müßt Ihr mir sagen, wozudas Alles ist, und was das Ende davon sein soll, denn Gottverdamm' mich, wenn ich's leide, daß einer das Mädchen an-rührt; und Ratcliffe's Paß hat sie obendrein."

Du bist ein ehrlicher Bursch, Franz," crwiederte die Alte,nur ein Bischen zu weichmüthig für Dein Handwerk. Deingutes Herz wird Dich noch zu Schanden bringen. Ich sehenoch, wie sie Dich rückwärts befördern, blos auf's Wort eineseinfältigen Kerls, der nichts gesagt haben könnte, wenn Duihm zu rechter Zeit die Gurgel abgcschnittcn."

Der Räuber widerlegte diese Behauptung, und erneuerteseine Frage in Betreff Zeanie's.

Nun, Du mußt wissen, Franz, aber willst Du nichterst einen Schluck ächten holländischen nehmen?" Sie zog eineFlasche hervor, und schenkte ihm ein tüchtiges Glas Brannt-wein ein, den er sogleich hinuntergoß, und als wirklich ächtenpries.Du mußt also wissen, Franz, aber auf einem Beinkann man nicht stehen;" sie bot ihm von Neuem die Flasche.