das arme Ding ist nicht mitzurechnen. — Aber, Jeanie, wasführt Sie denn so früh schon nach Libberton, während IhrVater dort in Edinburg krank liegt?"
»Ich habe etwas von meinem Vater an Herrn Butler zubestellen," sagte Jeanie verlegen; doch fühlte sie sich augen-blicklich beschämt, eine Lüge als Ausflucht gebraucht zu haben,und setzte hinzu : „das heißt, ich hatte mit Herrn Butler in einerAngelegenheit meines Vaters und der armen Esfie zü sprechen."
„Ist es eine Rechtssache?" fragte Bartel; „dann solltenSie lieber mich zu Rathe ziehen."
„Das nicht gerade," sagte Jeanie mit Zurückhaltung; „ichwollte nurHerrn Butler bitten, einen Brief für mich zu schreiben."
„Ganz wohl," versetzte Sattelbaum, „und wenn Sie mirnur sagen, wovon die Rede ist, will ich Herrn Butler in dieFeder dictiren, wie der NechtSconsulcnt Querfeldein seinemSchreiber. — Feder und Dinte in initislibu8, Herr Butler."
Jeanie sah ihren Freund an und rang vor Verdruß undUngeduld die Hände-
„Herr Sattelbaum," sagte Butler, „ich glaube cs wirdHerrn Kinderschlag beleidigen, wenn Sie nicht den UnterrichtIhrer Knaben mit anhören."
„Sie haben wahrhaftig Recht, Herr Butler, und ich ver-sprach den Jungen, ihnen einen halben Feiertag bei den Lehrernauszumachen, damit sie geben könnten, die Hinrichtung anzuse-hen. So etwas ist von großem Nutzen für junge Kinder, dennman kann nicht wissen, wozu sie einmal in der Welt kommen-— Nun, ich dachte nicht daran, daß Sie hier wären, Jeanie.Aber Sie müssen sich gewöhnen, davon reden zu hören. —Behalten Sie nur Jeanie hier, bis ich wieder komme, HerrButler; ich bleibe keine zehn Minuten weg."
Kerker von Edinburg. II.
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