die Theuerste auf der Welt war, sah er sich der Gefahr ausge-setzt, von ihr eines lieblosen Vcrlaffens beschuldigt zu werden.
Dieser quälende Gedanke drückte ihn vollends zu Boden,und ein langsam schleichendes Fieber machte ihn zuletzt unfä-hig, die Pflichten seines Amtes zu erfüllen. Zum Glück warder Vorsteher der kleinen Schule Butler aufrichtig zugethan.Ungeachtet seines hohen Alters gab er Morgens die Lehrstun-den für ihn, und versah ihn mit dem, was zu seiner Stär-kung erforderlich war, und wozu die eigenen Mittel desKranken nicht ausreichten.
Dies war Butler's traurige Lage, als die Nachricht vonEsfie's Verurtheilung das Maß seines Elends füllte-
Noch am Abend des entscheidenden Tages hatte er den Vor-gang mit allen erschütternden Umständen von einem Augen-zeugen erfahren. Kein Schlaf besuchte sein Auge nach einer sol-chen Schreckenspost. Tausend furchtbare Gebilde marterten dieganze Nacht hindurch seine Einbildungskraft, und aus einemfieberhaften Morgenschlummer erweckte ihn, seinen Mißmuthzu erhöhen, der Besuch eines lästigen Narren.
Dieser unwillkommene Gast war kein anderer als BartelSattelbaum. Der Verabredung gemäß war er am Abend zu-vor mit Süßpflaum und einigen andern zusammengekommen,die Rede des Herzogs von Argyle, Esfie's Verurtheilung unddie Unmöglichkeit ihrer Begnadigung weitläuftig durchzuspre-chen. Der weise Ausschuß stritt eifrig und trank fich fest dabei;und am nächsten Morgen fand Bartel, es sei ihm noch etwaswüst im Kopfe. Seine Verstandeskräfte wieder zu ihrer ge-wohnten Klarheit zu bringen, entschloß er fich zu einem Mor-genritt auf einem Gaul, den er, Süßpflaum und noch ein an-derer ehrlicher Krämer zu wechselseitiger Benutzung mit ein-ander hielten. Da Sattelbaum zwei Kinder in der Schule