ihren Entschluß und ihre Hoffnungen schriftlich mitzutheilen. Wohlmochte sie noch ein anderer geheimer Grund ihres liebenden Her-zens dazu bewegen. Sie wünschte den Gegenstand einer so frü-hen und aufrichtigen Zuneigung noch einmal zu sehen, ehe sieeine Pilgerschaft begann, deren Gefahren sie sich nicht ver-bergen konnte. Auch war sie Butlers wegen in großer Be-sorgnis Sie hatte sich im Gerichtssaal vergebens nach ihmumgesehen, und stets erwartet, er werde kommen, seinem al-ten Freunde und Beschützer Trost und Beistand zu gewähren,wollte sie auch ihrer eigenen Ansprüche nicht gedenken. Erlebte zwar immer noch in einer gewissen Beschränkung seinerFreiheit, allein für diesen einzigen so wichtigen Tag, glaubtesie, würde er Mittel gefunden haben, dies Hinderniß zu be-seitigen. In ihren unruhig umherschweifenden Gedanken er-schien eS ihr als der einzig mögliche Grund seiner Abwesen-heit, er müsse sehr krank geworden sein. Und so heftig hattediese Vorstellung auf ihre Einbildungskraft gewirkt, daß sienach ihm zu fragen zitterte, als eine Magd mit einem Milch-eimer auf dem Kopfe sie zu seiner demüthigcn Wohnung wies-Ihre Besorgniß war nicht ungegründet gewesen. Butler,schwächlich von Natur, konnte sich nicht leicht erholen von denkörperlichen Anstrengungen und geistigen Leiden, denen eineFolge erschütternder Begebenheiten ihn auSgesetzt- Das pein-liche Gefühl des auf ihm ruhenden Verdachts war ein Zu-wachs seines Kummers. Am schmerzlichsten jedoch empfander das Verbot jeder Gemeinschaft mit Deans oder den Sei-nigen. Der Obrigkeit schien es möglich, Robertson werde mitButler's Hülfe wieder mit jenen in Verbindung zu tretensuchen, und dies wollte man vermeiden- Die Maßregel warnicht hart oder beleidigend gemeint, und doch hatte sie fürButler etwas sehr Grausames, Getrennt von ihr, die ihm
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