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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
91
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Ich kenne das Ding gar zu gut; dreimal in meinem Lebenhabe ich schon dem verteufelten grauen Kerl gegenüber ge-standen, und hier ist Jakob ateliffe noch frisch und gesund,als ob nichts vorgefallen. Hätte ich mir gleich das erstemalmein Schnupftuch fest um den Hals geschnürt, wie mich dieLust dazu anwandelte und cs war um weiter nichts, alseinen kleinen Grauschimmel, keine zehn Pfund werth wowäre ich jetzt?"

Und wie wurdet Ihr befreit?" fragte Jeanie; denn dieserihr früher so verhaßte Mensch erweckte plötzlich ihre Theilnahmedurch die Aehnlichkeit seines Schicksals mit dem ihrer Schwester»

Wie ich frei wurde?" sagte er lachend;so lange ich dieSchlüssel habe, soll keiner auf die Weise aus dem Gefängnißkommen, dafür stehe ich Euch."

Meine Schwester soll bei Hellem Tage hinausgehen," sagteJeanie;ich will nach London, und den König und die Kö-nigin für sie um Gnade bitten. Wenn sie dem Porteous ver-ziehen, können sie ihr auch verzeihen. Wenn eine Schwesterauf ihren Knieen um ihrer Schwester Leben fleht, werdensie ihr verzeihen sie müssen ihr verzeihen, und tausendHerzen werden sie dadurch gewinnen."

Effie horchte in starrem Erstaunen, und so hinreißend warihrer Schwester schwärmerische Zuversicht, daß unwillkürlichein Strahl der Hoffnung in ihr dämmerte; doch verschwandderselbe sogleich wieder.

Ach, Jeanie! der König und die Königin wohnen in Lon-don, tausend Meilen von hier weit, weit jenseits der See.Ich werde längst todt sein, ehe Du hinkommst."

Du irrst," sagte Jeanie;es ist nicht so weit, und mankann zu Lande hinkommen. Rüben Butler hat mir etwasvon dergleichen Dingen gelehrt."