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löschen soll verurtheilt werden. Als viese Formalitäten be-endet waren, forderte der Oberrichter Euphemia Deans auf,das Verbiet anzuhörcn.
Nach den gewöhnlichen einleitenden Worten hieß es darin,die Geschworncn hätten mit Stimmenmehrheit die besagteEuphemia Deans des angeklagten Verbrechens für schuldigerklärt. Doch in Rücksicht auf ihre Jugend und die mildern-den Umstände des Falles, bäten sie das Gericht dringend, sieder Gnade des Königs zu empfehlen.
„Sie haben eine peinliche Pflicht erfüllt, meine Herren,"sagte der Oberrichter. „Ich werde Ihren Wunsch vor denThron bringen, doch hoffe ich wenig auf Gnade. Das Ver-brechen des Kindermordes ist häufig in unserm Lande vorge-kommen, und man bat dies einer allzu großen Gelindigkeitin Ausübung der Gesetze zugeschrieben. Ich glaube diesAllen, und besonders jenem unglücklichen jungen Mädchensagen zu müssen, damit sie sich auf das Unvermeidliche gefaßthalte.«
Er schwieg. Die Geschwornen verbeugten sich, und ihresschmerzlichen Amtes entlassen, zerstreuten sie sich unter die Zu-schauer. Da keine Einwendungen von Seiten des Anwaltserfolgten, so schritt man zur Verkündigung des Urtheils.
„Euphemia Deans," redete der Oberlichter die Gefangenean, „höre den Ausspruch des Gerichts."
Sie erhob sich von ihrem Sitz, ruhiger als man ihrem früherenBetragen nach erwarten konnte. Unser geistiges Gefühl gleichthierin dem körperlichen; die ersten gewaltsamen Schläge bringeneine betäubende Gefühllosigkeit hervor, wodurch wir gleichgültiggegen die nachfolgenden werden. Still hörte sie die vorbereitendenund ermahnenden Worte des Richters an, nach welchen er den Ur-theilSverkündiger berief,den Spruch überLeben und Tod abzulesen.