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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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Jeanie bejahte es.

Und sie sagte Ihnen die Ursache, meine Liebe, nicht wahr?"

Ich bedaure, meinen Herrn College» unterbrechen zumüssen," fiel hier der Anwalt der Krone ein, indem er auf-stand;ich stelle es aber dem Lord Oberrichter anheim, obdiese Frage nicht eine verleitende ist?"

Wenn dieser Punkt bestritten werden soll," sagte der Ober-lichter,so muß die Zeugin indessen entfernt werden "

Keineswegs," sagte Effie's Vertheidiger;wenn der könig-liche Anwalt gegen die Form meiner Frage etwas einwendet,so will ich sie anders stellen. Befragten Sie Ihre Schwe-ster darüber, als Sie dieselbe übel aussehend fanden? FassenSie Muth, mein Kind reden Sie."

Ich fragte sie, was ihr fehle," crwiederte Jeanie.

Gut; besinnen Sie sich. Und was gab sie Ihnen füreine Antwort?"

Jeanie schwieg und wurde todtcnblaß. Nicht daß auch nurder geringste Gedanke an eine Unwahrheit ihr in den Sinnkam; allein sie zögerte, ihrer unglücklichen Schwester den letz-ten Funken der Hoffnung zu rauben.

Fassen Sie Muth," wiederholte der Anwalt.Ichfrage, was sagte Ihnen Ihre Schwester, als Sie sie über ihreKrankheit befragten?"

Nichts," erwicderte Jeanie leisen Tones, und doch wurdedas halb geflüsterte Wort bis zum äußersten Ende des Gerichts-saales gehört, ein so tiefes Schweigen herrschte in den bangenAugenblicken zwischen des Anwalts Frage und ihrer Antwort.

Dem Rechtsgelehrten sank der Muth; doch er faßte sichschnell und fuhr fort:Nichts? Sie meinen im Anfang.Als Sie aber von Neuem in sie drangen, sagte sie Ihnennicht die Ursache ihrer Krankheit?"