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ihrem Vater, der nicht wußte, daß sie jedem Zeugen vorgc-legt wurden.
„Nein, nein," rief er laut genug, um von den Umstehendengehört zu werden, „mein Kind ist nicht gleich der Wittwe vonTekoa — und Keiner hat ihr Worte in den Mund gelegt."
Einer von den Richtern, der vielleicht besser mit den Ge-setzbüchern, als mit den Büchern Samuelis bekannt war, fühltesich geneigt, augenblicklich nach dieser Wittwe von Tekoa zuforschen; denn er vermuthete, daß diese die Zeugin zu falschemZeugniß habe verleiten wollen. Doch der Präsident, besserin der biblischen Geschichte bewandert, flüsterte seinem gelehr-ten College» die nöthige Erklärung zu, und die durch diesesMißverständniß veranlaßte Pause war in so weit von Nutzen,daß sie Jeanie Deans Zeit gewährte, sich zu ihrer schmerz-lichen Aufgabe zu sammeln.
Der gerichtliche Anwalt der Beklagten, ein Mann vongroßer Kenntniß und Erfahrung, sah die Nothwendigkeit ein,der Zeugin Zeit zu lassen, sich zu sammeln. Er begann da-her mit einigen unbedeutenden Fragen. In seinem Herzenhegte er indeß den Argwohn, daß sie komme, falsches Zeug-niß in der Sache ihrer Schwester abzulegen.
„Sie sind, glaube ich, die Schwester der Gefangenen?"
„Ja, Herr."
„Aber nicht die rechte Schwester?"
„Wir sind von verschiedenen Müttern."
„Sie sind mehrere Jahre älter als Ihre Schwester?"
„Ja, Herr.«
Nachdem er sie durch diese und ähnliche unbedeutende Fragenauf Wichtigeres vorbereitet zu haben glaubte, fragte er, ob sie nichtin der letzten Zeit, als ihre Schwester bei der Familie Sattelbaumgewesen, ihren veränderten Gesundheitszustand bemerkt habe?