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Der erste Vertheidiger der Beklagten kündigte jetzt in wenigenWorten an, dager im Begriffsei, die wichtigste Zeugin aufzurufen,von deren Aussage die Sache größtentheils abbänge. „Gerichts-diener," sagte er, „ruft Jeanie Deans, die Tochter des McierSDavid Deans von St. Leonard's, herein!"
Als er diese Worte aussprach, fuhr die arme Gefangene zusam-men und bog sich weit über die Schranke, nach der Seite-in, woihre Schwester erscheinen sollte. Und als die aufgerufeneZeuginmit dem Gerichtsboten eintrat, und sich langsam dem Sitzungstischnäherte, veränderten sich plötzlich Effie's Züge; der Ausdruck derFurcht und Scham wich dem des heißen inbrünstigen Flehens.Mit zurückfliegendem Haar bog sie sich ihr entgegen und streckteihre Hände nach ihr aus. Sie sah sie mit ängstlich bittendenAugen an, die in Thränen glänzten, und mit einem Ton, derdurch alle Herzen ging, rief sie laut: „O Jeanie, Zeanie, rettemich, rette mich!"
Mit einem verschiedenen, seiner stolzen Unbeugsamkeit völligangemessenen Gefühl, zog sich der alte Deans noch Weiterzurück,da seine Tochter als Zeugin erscheinen sollte. Jeanie warf beimEintreten einen scheuen Blick nachdem Sitz, wo sie ihn verlassenhatte, doch sein ehrwürdiges Antlitz war ihr nicht sichtbar.
»O Mylord, dies ist das Härteste," flüsterte er Stummen-deich zu, der neben ihm saß, und dabei rieb er sich vor Unruh dieHände wund; „wenn ich das überstehe! — Mir schwindelt derKopf.— Allein der Herr ist mächtig in seinem schwachen Knechte-"— Nach einigen Augenblicken stillen Gebetes fuhr er wieder in dieHöhe und rückte nach und nach in sichtbarer Ungeduld wiederauf seinen früheren Platz.
Jeanie war indcß zu dem Tisch getreten, und unfähig, ihrenGefühlen zu widerstehen, streckte sie die Hand nach ihrer Schwesteraus. Esfie war ihr so nahe, daß sie sie mit der ihrigen ergreifen, sie