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beweisen könne, ihr Kind lebe, oder sei eines natürlichen To-des gestorben, müsse sie als dessen Mörderin angesehen wer-den, und die Todesstrafe erleiden-
Der gerichtliche Anwalt der Beklagten nahm darauf das Wort.Er begann mit ihren früheren Lebensumständen. Sie sei in denGrundsätzen der strengen Tugend erzogen, sagte er, die Toch-ter eines frommen Biedermannes, der zu seiner Zeit den Muthund die Kraft gehabt, für das, was ihm als wahr und rechterschien, standhaft zu leiden-
David Deans fuhr hier krampfhaft auf, dann setzte er sichwieder, die Arme gegen den Pfeiler gestützt, und das Gesichtauf beide Hände herabgebeugt, so wie er bis jetzt den Ver-handlungen zugehört.
Was man auch von den Meinungen dcrPuritancr halte, sagteder Sachwalter weiter, einen reinen frommen Lebenswandelund eine streng sittliche Erziehung ihrer Kinder könne ihnenNiemand abstreiten. Und nun wolle man dies junge Mäd-chen, in Frömmigkeit und Gottesfurcht ausgewachsen, ohneBeweise, auf bloße Muthmaßungen hin, des abscheulichstenVerbrechens zeihen. Gefehlt habe sie freilich. Allein sie seivon ihrem Verführer, eben jenem berüchtigten Georg Robert-son, durch ein Eheversprechen getäuscht worden. Und in derHoffnung, ihre Ehre durch Erfüllung dieser Zusage gerettetzu sehen, habe sie ihren Zustand verheimlicht. Doch werde sichhoffentlich darthun lassen, daß sie sich ihrer ältern Schwesterentdeckt, als durch Robertson's nachherige Verhaftung und seindarauf erfolgtes Todcsurtheil jene Aussicht entschwunden war.Roberison's Gewalt über ihr Herz habe sie aber auch dann nochvermocht, sich auf sein schriftliches Geheiß, ohne Wissen ihrerSchwester, zu einem jener verworfenen Schlupfwinkel der Vor-städte zu begeben, in denen Niedrigkeit und Verbrechen Hausen.