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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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Hier habe sie mit Hülfe eines alten Weibes eine» Knaben gebo-ren, der, während eines heftigen Fiebcranfalles der Mutier,ihr von der Alten geraubt und vermuihlich gemordet worden.

Ein durchdringender Schrei der unglücklichen Esfie unter-brach hier den Redner. Mit Mühe nur konnte man sie beru-higen. Ihr Anwalt benutzte diesen Ausbruch eines natürlichenGefühls, seine Vertheidigung mit Nachdruck zu schießen.Hö-ren Sie, meine Herren," sagte er,in diesem Jammergeschreidie Beredtsamkeit der Mutterliebe, überzeugender bei weitem,als meine schwachen Worte es sein können. Rahel weint umihre Kinder! Die Natur spricht hier selbst, ich mag nichtsweiter hinzufügcn."

Hörten Sie je dergleichen, Mylord?" sagte Sattclbaumzu Stummendeich, als der Anwalt feine Rede geendet hatte.Ein Kind kann einen langen Faden aus wenig Flachs spin-nen! Zum Teufel, er weiß ja nicht mehr, als was in derAussage steht, und die Vermuthung, daß Jeanie Deans imStande sein sollte, etwas über die Umstande ihrer Schwesterzu sagen, steht auch nur auf schwachen Füßen. Und er brütetda einen großen Vogel aus dem kleinen Ei. Wie großesUnrecht that mein Vater, mich nicht nach Utrecht zu schicken?Aber still! das Gericht ist im Begriff, sich über die Zuläng-lichkeit der Vertheidigung auszusprechen."

Hierauf sprachen sich die Richter nach kurzer Bcrathungdahin aus, daß auf die Klage, wenn sie bewiesen wäre, dieStrafe des Gesetzes folgen werde, und daß die Vertheidigung,wenn die Beklagte wirklich ihre Lage ihrer Schwester mitge-theilt habe, als zulänglich solle angesehen werden; und end-lich, daß die Klage und die Vertheidigung den Geschwornensolle vorgelegt werden.