ihn berechtige, anständige Leute zu stoßen. „Platz gemacht fürden Alten," sagte ein Anderer; „er kommt um auf dem Kraut-markt eine fromme Schwester Gott preisen zu sehen."
„Still, schämt Euch!" rief hier Jemand sehr laut, undfügte mit leisem aber deutlichen Tone hinzu: „Es ist ihr Va-ter und ihre Schwester."
Plötzlich wichen alle zurück, um die Dulder durchzulas-sen. Selbst die Rohesten und Sittenlosesten waren still undbeschämt. In dem freigewordenen Raum stand DeanS, dieTochter an der Hand. Seine Züge verriethen die heftige Be-wegung seines Gemüths. „Du hörst und stehst nun," sagteer zu Jeanie, „wem die Fehler und Gebrechen der Bekennerzugeschriebcn werden. Nicht ihnen allein, sondern der Kirche,deren Mitglieder sie sind. So laß uns denn unfern Antheilan diesem Hohn der Schmäher mit Geduld und Ergebungtragen."
Der Mann, welcher das Volk zur Ruhe ermahnt hatte,war kein Anderer, als unser alter Freund Stummendeich, demdas Dringende des Falles, wie einst dem Esel des Prophe-ten, die Lippen geöffnet. Er näherte sich jetzt dem Vater undder Tochter, und begleitete sie mit seiner gewohnten Schweig-samkeit in den Gerichtssaal.
Hier fanden sie die gewöhnliche Anzahl geschäftiger Beamtenund unthätiger Müßiggänger, die Pflicht oder Langeweile beisolchen Gelegenheiten herbeiführt. EhrenfesteBürger gähnten undgafften; junge Rechtsgelehrte schleuderten umher und kicherten wieim Schauspiel, während andere in einer entfernten Ecke den vor-liegenden Fall und das darüber vorgeschriebene Gesetz mit Wichtig-keit durchsprachen. Die Bank für die Richter wurde in Bereit-schaft gesetzt. Die Geschwornen waren schon gegenwärtig. DieSachwalter der Krone sahen Papiere durch und flüsterten mit